John (German)
1
1:1b.JOH.001.001 Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort.
1:2b.JOH.001.002 Dasselbe war im Anfang bei Gott.
1:3b.JOH.001.003 Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist.
1:4b.JOH.001.004 In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen.
1:5b.JOH.001.005 Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat's nicht begriffen.
1:6b.JOH.001.006 Es ward ein Mensch von Gott gesandt, der hieß Johannes.
1:7b.JOH.001.007 Dieser kam zum Zeugnis, daß er von dem Licht zeugte, auf daß sie alle durch ihn glaubten.
1:8b.JOH.001.008 Er war nicht das Licht, sondern daß er zeugte von dem Licht.
1:9b.JOH.001.009 Das war das wahrhaftige Licht, welches alle Menschen erleuchtet, die in diese Welt kommen.
1:10b.JOH.001.010 Es war in der Welt, und die Welt ist durch dasselbe gemacht; und die Welt kannte es nicht.
1:11b.JOH.001.011 Er kam in sein Eigentum; und die Seinen nahmen ihn nicht auf.
1:12b.JOH.001.012 Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, die an seinen Namen glauben;
1:13b.JOH.001.013 welche nicht von dem Geblüt noch von dem Willen des Fleisches noch von dem Willen eines Mannes, sondern von Gott geboren sind.
1:14b.JOH.001.014 Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.
1:15b.JOH.001.015 Johannes zeugt von ihm, ruft und spricht: Dieser war es, von dem ich gesagt habe: Nach mir wird kommen, der vor mir gewesen ist; denn er war eher als ich.
1:16b.JOH.001.016 Und von seiner Fülle haben wir alle genommen Gnade um Gnade.
1:17b.JOH.001.017 Denn das Gesetz ist durch Moses gegeben; die Gnade und Wahrheit ist durch Jesum Christum geworden.
1:18b.JOH.001.018 Niemand hat Gott je gesehen; der eingeborene Sohn, der in des Vaters Schoß ist, der hat es uns verkündigt.
1:19b.JOH.001.019 Und dies ist das Zeugnis des Johannes, da die Juden sandten von Jerusalem Priester und Leviten, daß sie ihn fragten: Wer bist du?
1:20b.JOH.001.020 Und er bekannte und leugnete nicht; und er bekannte: Ich bin nicht Christus.
1:21b.JOH.001.021 Und sie fragten ihn: Was denn? Bist du Elia? Er sprach: Ich bin's nicht. Bist du der Prophet? Und er antwortete: Nein!
1:22b.JOH.001.022 Da sprachen sie zu ihm: Was bist du denn? Daß wir Antwort geben denen, die uns gesandt haben. Was sagst du von dir selbst?
1:23b.JOH.001.023 Er sprach: Ich bin eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Richtet den Weg des HERRN! wie der Prophet Jesaja gesagt hat.
1:24b.JOH.001.024 Und die gesandt waren, die waren von den Pharisäern.
1:25b.JOH.001.025 Und sie fragten ihn und sprachen zu ihm: Warum taufst du denn, so du nicht Christus bist noch Elia noch der Prophet?
1:26b.JOH.001.026 Johannes antwortete ihnen und sprach: Ich taufe mit Wasser; aber er ist mitten unter euch getreten, den ihr nicht kennt.
1:27b.JOH.001.027 Der ist's, der nach mir kommen wird, welcher vor mir gewesen ist, des ich nicht wert bin, daß ich seine Schuhriemen auflöse.
1:28b.JOH.001.028 Dies geschah zu Bethabara jenseit des Jordans, wo Johannes taufte.
1:29b.JOH.001.029 Des andern Tages sieht Johannes Jesum zu ihm kommen und spricht: Siehe, das ist Gottes Lamm, welches der Welt Sünde trägt!
1:30b.JOH.001.030 Dieser ist's, von dem ich gesagt habe: Nach mir kommt ein Mann, welcher vor mir gewesen ist; denn er war eher denn ich.
1:31b.JOH.001.031 Und ich kannte ihn nicht; sondern auf daß er offenbar würde in Israel, darum bin ich gekommen, zu taufen mit Wasser.
1:32b.JOH.001.032 Und Johannes zeugte und sprach: Ich sah, daß der Geist herabfuhr wie eine Taube vom Himmel und blieb auf ihm.
1:33b.JOH.001.033 Und ich kannte ihn nicht; aber der mich sandte, zu taufen mit Wasser, der sprach zu mir: Auf welchen du sehen wirst den Geist herabfahren und auf ihm bleiben, der ist's, der mit dem heiligen Geist tauft.
1:34b.JOH.001.034 Und ich sah es und zeugte, daß dieser ist Gottes Sohn.
1:35b.JOH.001.035 Des andern Tages stand abermals Johannes und zwei seiner Jünger.
1:36b.JOH.001.036 Und als er Jesum sah wandeln, sprach er: Siehe, das ist Gottes Lamm!
1:37b.JOH.001.037 Und die zwei Jünger hörten ihn reden und folgten Jesu nach.
1:38b.JOH.001.038 Jesus aber wandte sich um und sah sie nachfolgen und sprach zu ihnen: Was suchet ihr? Sie aber sprachen zu ihm: Meister, wo bist du zur Herberge?
1:39b.JOH.001.039 Er sprach zu ihnen: Kommt und sehet's! Sie kamen und sahen's und blieben den Tag bei ihm. Es war aber um die zehnte Stunde.
1:40b.JOH.001.040 Einer aus den zweien, die von Johannes hörten und Jesus nachfolgten, war Andreas, der Bruder des Simon Petrus.
1:41b.JOH.001.041 Der findet am ersten seinen Bruder Simon und spricht zu ihm: Wir haben den Messias gefunden (welches ist verdolmetscht: der Gesalbte),
1:42b.JOH.001.042 und führte ihn zu Jesu. Da ihn Jesus sah, sprach er: Du bist Simon, Jona's Sohn; du sollst Kephas (Fels) heißen.
1:43b.JOH.001.043 Des andern Tages wollte Jesus wieder nach Galiläa ziehen und findet Philippus und spricht zu ihm: Folge mir nach!
1:44b.JOH.001.044 Philippus aber war von Bethsaida, aus der Stadt des Andreas und Petrus.
1:45b.JOH.001.045 Philippus findet Nathanael und spricht zu ihm: Wir haben den gefunden, von welchem Moses im Gesetz und die Propheten geschrieben haben, Jesum, Joseph's Sohn von Nazareth.
1:46b.JOH.001.046 Und Nathanael sprach zu ihm: Was kann von Nazareth Gutes kommen? Philippus spricht zu ihm: Komm und sieh es!
1:47b.JOH.001.047 Jesus sah Nathanael zu sich kommen und spricht von ihm: Siehe, ein rechter Israeliter, in welchem kein Falsch ist.
1:48b.JOH.001.048 Nathanael spricht zu ihm: Woher kennst du mich? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Ehe denn dich Philippus rief, da du unter dem Feigenbaum warst, sah ich dich.
1:49b.JOH.001.049 Nathanael antwortete und spricht zu ihm: Rabbi, du bist Gottes Sohn, du bist der König von Israel!
1:50b.JOH.001.050 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Du glaubst, weil ich dir gesagt habe, daß ich dich gesehen habe unter dem Feigenbaum; du wirst noch Größeres denn das sehen.
1:51b.JOH.001.051 Und spricht zu ihm: Wahrlich, wahrlich ich sage euch: Von nun an werdet ihr den Himmel offen sehen und die Engel Gottes hinauf und herab fahren auf des Menschen Sohn.
2
2:1b.JOH.002.001 Und am dritten Tag ward eine Hochzeit zu Kana in Galiläa; und die Mutter Jesu war da.
2:2b.JOH.002.002 Jesus aber und seine Jünger wurden auch auf die Hochzeit geladen.
2:3b.JOH.002.003 Und da es an Wein gebrach, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben nicht Wein.
2:4b.JOH.002.004 Jesus spricht zu ihr: Weib, was habe ich mit dir zu schaffen? Meine Stunde ist noch nicht gekommen.
2:5b.JOH.002.005 Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was er euch sagt, das tut.
2:6b.JOH.002.006 Es waren aber allda sechs steinerne Wasserkrüge gesetzt nach der Weise der jüdischen Reinigung, und ging in je einen zwei oder drei Maß.
2:7b.JOH.002.007 Jesus spricht zu ihnen: Füllet die Wasserkrüge mit Wasser! Und sie füllten sie bis obenan.
2:8b.JOH.002.008 Und er spricht zu ihnen: Schöpfet nun und bringet's dem Speisemeister! Und sie brachten's.
2:9b.JOH.002.009 Als aber der Speisemeister kostete den Wein, der Wasser gewesen war, und wußte nicht, woher er kam (die Diener aber wußten's, die das Wasser geschöpft hatten), ruft der Speisemeister den Bräutigam
2:10b.JOH.002.010 und spricht zu ihm: Jedermann gibt zum ersten guten Wein, und wenn sie trunken geworden sind, alsdann den geringeren; du hast den guten Wein bisher behalten.
2:11b.JOH.002.011 Das ist das erste Zeichen, das Jesus tat, geschehen zu Kana in Galiläa, und offenbarte seine Herrlichkeit. Und seine Jünger glaubten an ihn.
2:12b.JOH.002.012 Darnach zog er hinab gen Kapernaum, er, seine Mutter, seine Brüder und seine Jünger; und sie blieben nicht lange daselbst.
2:13b.JOH.002.013 Und der Juden Ostern war nahe, und Jesus zog hinauf gen Jerusalem.
2:14b.JOH.002.014 Und er fand im Tempel sitzen, die da Ochsen, Schafe und Tauben feil hatten, und die Wechsler.
2:15b.JOH.002.015 Und er machte eine Geißel aus Stricken und trieb sie alle zum Tempel hinaus samt den Schafen und Ochsen und verschüttete den Wechslern das Geld und stieß die Tische um
2:16b.JOH.002.016 und sprach zu denen, die die Tauben feil hatten: tragt das von dannen und macht nicht meines Vaters Haus zum Kaufhause!
2:17b.JOH.002.017 Seine Jünger aber gedachten daran, daß geschrieben steht: Der Eifer um dein Haus hat mich gefressen.
2:18b.JOH.002.018 Da antworteten nun die Juden und sprachen zu ihm: Was zeigst du uns für ein Zeichen, daß du solches tun mögest?
2:19b.JOH.002.019 Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Brechet diesen Tempel, und am dritten Tage will ich ihn aufrichten.
2:20b.JOH.002.020 Da sprachen die Juden: Dieser Tempel ist in Jahren erbaut; und du willst ihn in drei Tagen aufrichten?
2:21b.JOH.002.021 (Er aber redete von dem Tempel seines Leibes.
2:22b.JOH.002.022 Da er nun auferstanden war von den Toten, gedachten seine Jünger daran, daß er dies gesagt hatte, und glaubten der Schrift und der Rede, die Jesus gesagt hatte.)
2:23b.JOH.002.023 Als er aber zu Jerusalem war am Osterfest, glaubten viele an seinen Namen, da sie die Zeichen sahen, die er tat.
2:24b.JOH.002.024 Aber Jesus vertraute sich ihnen nicht; denn er kannte sie alle
2:25b.JOH.002.025 und bedurfte nicht, daß jemand Zeugnis gäbe von einem Menschen; denn er wußte wohl, was im Menschen war.
3
3:1b.JOH.003.001 Es war aber ein Mensch unter den Pharisäern mit Namen Nikodemus, ein Oberster unter den Juden.
3:2b.JOH.003.002 Der kam zu Jesu bei der Nacht und sprach zu ihm: Meister, wir wissen, daß du bist ein Lehrer von Gott gekommen; denn niemand kann die Zeichen tun, die du tust, es sei denn Gott mit ihm.
3:3b.JOH.003.003 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß jemand von neuem geboren werde, so kann er das Reich Gottes nicht sehen.
3:4b.JOH.003.004 Nikodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden wenn er alt ist? Kann er auch wiederum in seiner Mutter Leib gehen und geboren werden?
3:5b.JOH.003.005 Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich ich sage dir: Es sei denn daß jemand geboren werde aus Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen.
3:6b.JOH.003.006 Was vom Fleisch geboren wird, das ist Fleisch; und was vom Geist geboren wird, das ist Geist.
3:7b.JOH.003.007 Laß dich's nicht wundern, daß ich dir gesagt habe: Ihr müsset von neuem geboren werden.
3:8b.JOH.003.008 Der Wind bläst, wo er will, und du hörst sein Sausen wohl; aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er fährt. Also ist ein jeglicher, der aus dem Geist geboren ist.
3:9b.JOH.003.009 Nikodemus antwortete und sprach zu ihm: Wie mag solches zugehen?
3:10b.JOH.003.010 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Bist du ein Meister in Israel und weißt das nicht?
3:11b.JOH.003.011 Wahrlich, wahrlich ich sage dir: Wir reden, was wir wissen, und zeugen, was wir gesehen haben; und ihr nehmt unser Zeugnis nicht an.
3:12b.JOH.003.012 Glaubet ihr nicht, wenn ich euch von irdischen Dingen sage, wie würdet ihr glauben, wenn ich euch von himmlischen Dingen sagen würde?
3:13b.JOH.003.013 Und niemand fährt gen Himmel, denn der vom Himmel herniedergekommen ist, nämlich des Menschen Sohn, der im Himmel ist.
3:14b.JOH.003.014 Und wie Mose in der Wüste eine Schlange erhöht hat, also muß des Menschen Sohn erhöht werden,
3:15b.JOH.003.015 auf das alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.
3:16b.JOH.003.016 Also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.
3:17b.JOH.003.017 Denn Gott hat seinen Sohn nicht gesandt in die Welt, daß er die Welt richte, sondern daß die Welt durch ihn selig werde.
3:18b.JOH.003.018 Wer an ihn glaubt, der wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, der ist schon gerichtet, denn er glaubt nicht an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes.
3:19b.JOH.003.019 Das ist aber das Gericht, daß das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht; denn ihre Werke waren böse.
3:20b.JOH.003.020 Wer arges tut, der haßt das Licht und kommt nicht an das Licht, auf daß seine Werke nicht gestraft werden.
3:21b.JOH.003.021 Wer aber die Wahrheit tut, der kommt an das Licht, daß seine Werke offenbar werden; denn sie sind in Gott getan.
3:22b.JOH.003.022 Darnach kam Jesus und seine Jünger in das jüdische Land und hatte daselbst sein Wesen mit ihnen und taufte.
3:23b.JOH.003.023 Johannes aber taufte auch noch zu Enon, nahe bei Salim, denn es war viel Wasser daselbst; und sie kamen dahin und ließen sich taufen.
3:24b.JOH.003.024 Denn Johannes war noch nicht ins Gefängnis gelegt.
3:25b.JOH.003.025 Da erhob sich eine Frage unter den Jüngern des Johannes mit den Juden über die Reinigung.
3:26b.JOH.003.026 Und sie kamen zu Johannes und sprachen zu ihm: Meister, der bei dir war jenseit des Jordans, von dem du zeugtest, siehe, der tauft, und jedermann kommt zu ihm.
3:27b.JOH.003.027 Johannes antwortete und sprach: Ein Mensch kann nichts nehmen, es werde ihm denn gegeben vom Himmel.
3:28b.JOH.003.028 Ihr selbst seid meine Zeugen, daß ich gesagt habe, ich sei nicht Christus, sondern vor ihm her gesandt.
3:29b.JOH.003.029 Wer die Braut hat, der ist der Bräutigam; der Freund aber des Bräutigams steht und hört ihm zu und freut sich hoch über des Bräutigams Stimme. Diese meine Freude ist nun erfüllt.
3:30b.JOH.003.030 Er muß wachsen, ich aber muß abnehmen.
3:31b.JOH.003.031 Der von obenher kommt, ist über alle. Wer von der Erde ist, der ist von der Erde und redet von der Erde. Der vom Himmel kommt, der ist über alle
3:32b.JOH.003.032 und zeugt, was er gesehen und gehört hat; und sein Zeugnis nimmt niemand an.
3:33b.JOH.003.033 Wer es aber annimmt, der besiegelt's, daß Gott wahrhaftig sei.
3:34b.JOH.003.034 Denn welchen Gott gesandt hat, der redet Gottes Worte; denn Gott gibt den Geist nicht nach dem Maß.
3:35b.JOH.003.035 Der Vater hat den Sohn lieb und hat ihm alles in seine Hand gegeben.
3:36b.JOH.003.036 Wer an den Sohn glaubt, der hat das ewige Leben. Wer dem Sohn nicht glaubt, der wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt über ihm.
4
4:1b.JOH.004.001 Da nun der HERR inneward, daß vor die Pharisäer gekommen war, wie Jesus mehr Jünger machte und taufte denn Johannes
4:2b.JOH.004.002 (wiewohl Jesus selber nicht taufte, sondern seine Jünger),
4:3b.JOH.004.003 verließ er das Land Judäa und zog wieder nach Galiläa.
4:4b.JOH.004.004 Er mußte aber durch Samaria reisen.
4:5b.JOH.004.005 Da kam er in eine Stadt Samarias, die heißt Sichar, nahe bei dem Feld, das Jakob seinem Sohn Joseph gab.
4:6b.JOH.004.006 Es war aber daselbst Jakobs Brunnen. Da nun Jesus müde war von der Reise, setzte er sich also auf den Brunnen; und es war um die sechste Stunde.
4:7b.JOH.004.007 Da kommt ein Weib aus Samaria, Wasser zu schöpfen. Jesus spricht zu ihr: Gib mir zu trinken!
4:8b.JOH.004.008 (Denn seine Jünger waren in die Stadt gegangen, daß sie Speise kauften.)
4:9b.JOH.004.009 Spricht nun das samaritische Weib zu ihm: Wie bittest du von mir zu trinken, so du ein Jude bist, und ich ein samaritisch Weib? (Denn die Juden haben keine Gemeinschaft mit den Samaritern.)
4:10b.JOH.004.010 Jesus antwortete und sprach zu ihr: Wenn du erkenntest die Gabe Gottes und wer der ist, der zu dir sagt: "Gib mir zu trinken!", du bätest ihn, und er gäbe dir lebendiges Wasser.
4:11b.JOH.004.011 Spricht zu ihm das Weib: HERR, hast du doch nichts, womit du schöpfest, und der Brunnen ist tief; woher hast du denn lebendiges Wasser?
4:12b.JOH.004.012 Bist du mehr denn unser Vater Jakob, der uns diesen Brunnen gegeben hat? Und er hat daraus getrunken und seine Kinder und sein Vieh.
4:13b.JOH.004.013 Jesus antwortete und sprach zu ihr: Wer von diesem Wasser trinkt, den wir wieder dürsten;
4:14b.JOH.004.014 wer aber von dem Wasser trinken wird, das ich ihm gebe, den wird ewiglich nicht dürsten; sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, das wird in ihm ein Brunnen des Wassers werden, das in das ewige Leben quillt.
4:15b.JOH.004.015 Spricht das Weib zu ihm: HERR, gib mir dieses Wasser, auf daß mich nicht dürste und ich nicht herkommen müsse, zu schöpfen!
4:16b.JOH.004.016 Jesus spricht zu ihr: Gehe hin, rufe deinen Mann und komm her!
4:17b.JOH.004.017 Das Weib antwortete und sprach zu ihm: Ich habe keinen Mann. Jesus spricht zu ihr: Du hast recht gesagt: Ich habe keinen Mann.
4:18b.JOH.004.018 Fünf Männer hast du gehabt, und den du nun hast, der ist nicht dein Mann; da hast du recht gesagt.
4:19b.JOH.004.019 Das Weib spricht zu ihm: HERR, ich sehe, daß du ein Prophet bist.
4:20b.JOH.004.020 Unsere Väter haben auf diesem Berge angebetet, und ihr sagt, zu Jerusalem sei die Stätte, da man anbeten solle.
4:21b.JOH.004.021 Jesus spricht zu ihr: Weib, glaube mir, es kommt die Zeit, daß ihr weder auf diesem Berge noch zu Jerusalem werdet den Vater anbeten.
4:22b.JOH.004.022 Ihr wisset nicht, was ihr anbetet; wir wissen aber, was wir anbeten, denn das Heil kommt von den Juden.
4:23b.JOH.004.023 Aber es kommt die Zeit und ist schon jetzt, daß die wahrhaftigen Anbeter werden den Vater anbeten im Geist und in der Wahrheit; denn der Vater will haben, die ihn also anbeten.
4:24b.JOH.004.024 Gott ist Geist, und die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten.
4:25b.JOH.004.025 Spricht das Weib zu ihm: Ich weiß, daß der Messias kommt, der da Christus heißt. Wenn derselbe kommen wird, so wird er's uns alles verkündigen.
4:26b.JOH.004.026 Jesus spricht zu ihr: Ich bin's, der mit dir redet.
4:27b.JOH.004.027 Und über dem kamen seine Jünger, und es nahm sie wunder, daß er mit dem Weib redete. Doch sprach niemand: Was fragst du? oder: Was redest du mit ihr?
4:28b.JOH.004.028 Da ließ das Weib ihren Krug stehen und ging hin in die Stadt und spricht zu den Leuten:
4:29b.JOH.004.029 Kommt, seht einen Menschen, der mir gesagt hat alles, was ich getan habe, ob er nicht Christus sei!
4:30b.JOH.004.030 Da gingen sie aus der Stadt und kamen zu ihm.
4:31b.JOH.004.031 Indes aber ermahnten ihn die Jünger und sprachen: Rabbi, iß!
4:32b.JOH.004.032 Er aber sprach zu ihnen: Ich habe eine Speise zu essen, von der ihr nicht wisset.
4:33b.JOH.004.033 Da sprachen die Jünger untereinander: Hat ihm jemand zu essen gebracht?
4:34b.JOH.004.034 Jesus spricht zu ihnen: Meine Speise ist die, daß ich tue den Willen des, der mich gesandt hat, und vollende sein Werk.
4:35b.JOH.004.035 Saget ihr nicht: Es sind noch vier Monate, so kommt die Ernte? Siehe, ich sage euch: Hebet eure Augen auf und sehet in das Feld; denn es ist schon weiß zur Ernte.
4:36b.JOH.004.036 Und wer da schneidet, der empfängt Lohn und sammelt Frucht zum ewigen Leben, auf daß sich miteinander freuen, der da sät und der da schneidet.
4:37b.JOH.004.037 Denn hier ist der Spruch wahr: Dieser sät, der andere schneidet.
4:38b.JOH.004.038 Ich habe euch gesandt, zu schneiden, was ihr nicht gearbeitet habt; andere haben gearbeitet und ihr seid in ihre Arbeit gekommen.
4:39b.JOH.004.039 Es glaubten aber an ihn viele der Samariter aus der Stadt um des Weibes Rede willen, welches da zeugte: Er hat mir gesagt alles, was ich getan habe.
4:40b.JOH.004.040 Als nun die Samariter zu ihm kamen, baten sie ihn, daß er bei ihnen bliebe; und er blieb zwei Tage da.
4:41b.JOH.004.041 Und viel mehr glaubten um seines Wortes willen
4:42b.JOH.004.042 und sprachen zum Weibe: Wir glauben nun hinfort nicht um deiner Rede willen; wir haben selber gehört und erkannt, daß dieser ist wahrlich Christus, der Welt Heiland.
4:43b.JOH.004.043 Aber nach zwei Tagen zog er aus von dannen und zog nach Galiläa.
4:44b.JOH.004.044 Denn er selber, Jesus, zeugte, daß ein Prophet daheim nichts gilt.
4:45b.JOH.004.045 Da er nun nach Galiläa kam, nahmen ihn die Galiläer auf, die gesehen hatten alles, was er zu Jerusalem auf dem Fest getan hatte; denn sie waren auch zum Fest gekommen.
4:46b.JOH.004.046 Und Jesus kam abermals gen Kana in Galiläa, da er das Wasser hatte zu Wein gemacht.
4:47b.JOH.004.047 Und es war ein Königischer, des Sohn lag krank zu Kapernaum. Dieser hörte, daß Jesus kam aus Judäa nach Galiläa, und ging hin zu ihm und bat ihn, daß er hinabkäme und hülfe seinem Sohn; denn er war todkrank.
4:48b.JOH.004.048 Und Jesus sprach zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht, so glaubet ihr nicht.
4:49b.JOH.004.049 Der Königische sprach zu ihm: HERR, komm hinab, ehe denn mein Kind stirbt!
4:50b.JOH.004.050 Jesus spricht zu ihm: Gehe hin, dein Sohn lebt! der Mensch glaubte dem Wort, das Jesus zu ihm sagte, und ging hin.
4:51b.JOH.004.051 Und indem er hinabging, begegneten ihm seine Knechte, verkündigten ihm und sprachen: Dein Kind lebt.
4:52b.JOH.004.052 Da forschte er von ihnen die Stunde, in welcher es besser mit ihm geworden war. Und sie sprachen zu ihm: Gestern um die siebente Stunde verließ ihn das Fieber.
4:53b.JOH.004.053 Da merkte der Vater, daß es um die Stunde wäre, in welcher Jesus zu ihm gesagt hatte: Dein Sohn lebt. Und er glaubte mit seinem ganzen Hause.
4:54b.JOH.004.054 Das ist nun das andere Zeichen, das Jesus tat, da er aus Judäa nach Galiläa kam.
5
5:1b.JOH.005.001 Darnach war ein Fest der Juden, und Jesus zog hinauf gen Jerusalem.
5:2b.JOH.005.002 Es ist aber zu Jerusalem bei dem Schaftor ein Teich, der heißt auf hebräisch Bethesda und hat fünf Hallen,
5:3b.JOH.005.003 in welchem lagen viele Kranke, Blinde, Lahme, Verdorrte, die warteten, wann sich das Wasser bewegte.
5:4b.JOH.005.004 (Denn ein Engel fuhr herab zu seiner Zeit in den Teich und bewegte das Wasser.) Welcher nun zuerst, nachdem das Wasser bewegt war, hineinstieg, der ward gesund, mit welcherlei Seuche er behaftet war.
5:5b.JOH.005.005 Es war aber ein Mensch daselbst, achtunddreißig Jahre lang krank gelegen.
5:6b.JOH.005.006 Da Jesus ihn sah liegen und vernahm, daß er so lange gelegen hatte, spricht er zu ihm: Willst du gesund werden?
5:7b.JOH.005.007 Der Kranke antwortete ihm: HERR, ich habe keinen Menschen, wenn das Wasser sich bewegt, der mich in den Teich lasse; und wenn ich komme, so steigt ein anderer vor mir hinein.
5:8b.JOH.005.008 Jesus spricht zu ihm: Stehe auf, nimm dein Bett und gehe hin!
5:9b.JOH.005.009 Und alsbald ward der Mensch gesund und nahm sein Bett und ging hin. Es war aber desselben Tages der Sabbat.
5:10b.JOH.005.010 Da sprachen die Juden zu dem, der geheilt worden war: Es ist heute Sabbat; es ziemt dir nicht, das Bett zu tragen.
5:11b.JOH.005.011 Er antwortete ihnen: Der mich gesund machte, der sprach zu mir: "Nimm dein Bett und gehe hin!"
5:12b.JOH.005.012 Da fragten sie ihn: Wer ist der Mensch, der zu dir gesagt hat: "Nimm dein Bett und gehe hin!"?
5:13b.JOH.005.013 Der aber geheilt worden war, wußte nicht, wer es war; denn Jesus war gewichen, da so viel Volks an dem Ort war.
5:14b.JOH.005.014 Darnach fand ihn Jesus im Tempel und sprach zu ihm: Siehe zu, du bist gesund geworden; sündige hinfort nicht mehr, daß dir nicht etwas Ärgeres widerfahre.
5:15b.JOH.005.015 Der Mensch ging hin und verkündete es den Juden, es sei Jesus, der ihn gesund gemacht habe.
5:16b.JOH.005.016 Darum verfolgten die Juden Jesum und suchten ihn zu töten, daß er solches getan hatte am Sabbat.
5:17b.JOH.005.017 Jesus aber antwortete Ihnen: Mein Vater wirkt bisher, und ich wirke auch.
5:18b.JOH.005.018 Darum trachteten ihm die Juden viel mehr nach, daß sie ihn töteten, daß er nicht allein den Sabbat brach, sondern sagte auch, Gott sei sein Vater, und machte sich selbst Gott gleich.
5:19b.JOH.005.019 Da antwortete Jesus und sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Der Sohn kann nichts von sich selber tun, sondern was er sieht den Vater tun; denn was dieser tut, das tut gleicherweise auch der Sohn.
5:20b.JOH.005.020 Der Vater aber hat den Sohn lieb und zeigt ihm alles, was er tut, und wird ihm noch größere Werke zeigen, daß ihr euch verwundern werdet.
5:21b.JOH.005.021 Denn wie der Vater die Toten auferweckt und macht sie lebendig, also auch der Sohn macht lebendig, welche er will.
5:22b.JOH.005.022 Denn der Vater richtet niemand; sondern alles Gericht hat er dem Sohn gegeben,
5:23b.JOH.005.023 auf daß sie alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehrt, der ehrt den Vater nicht, der ihn gesandt hat.
5:24b.JOH.005.024 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen.
5:25b.JOH.005.025 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Es kommt die Stunde und ist schon jetzt, daß die Toten werden die Stimme des Sohnes Gottes hören; und die sie hören werden, die werden leben.
5:26b.JOH.005.026 Denn wie der Vater hat das Leben in ihm selber, also hat er dem Sohn gegeben, das Leben zu haben in ihm selber,
5:27b.JOH.005.027 und hat ihm Macht gegeben, auch das Gericht zu halten, darum daß er des Menschen Sohn ist.
5:28b.JOH.005.028 Verwundert euch des nicht, denn es kommt die Stunde, in welcher alle, die in den Gräbern sind, werden seine Stimme hören,
5:29b.JOH.005.029 und werden hervorgehen, die da Gutes getan haben, zur Auferstehung des Lebens, die aber Übles getan haben, zur Auferstehung des Gerichts.
5:30b.JOH.005.030 Ich kann nichts von mir selber tun. Wie ich höre, so richte ich, und mein Gericht ist recht; denn ich suche nicht meinen Willen, sondern des Vaters Willen, der mich gesandt hat.
5:31b.JOH.005.031 So ich von mir selbst zeuge, so ist mein Zeugnis nicht wahr.
5:32b.JOH.005.032 Ein anderer ist's, der von mir zeugt; und ich weiß, daß das Zeugnis wahr ist, das er von mir zeugt.
5:33b.JOH.005.033 Ihr schicktet zu Johannes, und er zeugte von der Wahrheit.
5:34b.JOH.005.034 Ich aber nehme nicht Zeugnis von Menschen; sondern solches sage ich, auf daß ihr selig werdet.
5:35b.JOH.005.035 Er war ein brennend und scheinend Licht; ihr aber wolltet eine kleine Weile fröhlich sein in seinem Lichte.
5:36b.JOH.005.036 Ich aber habe ein größeres Zeugnis; denn des Johannes Zeugnis; denn die Werke, die mir der Vater gegeben hat, daß ich sie vollende, eben diese Werke, die ich tue, zeugen von mir, daß mich der Vater gesandt habe.
5:37b.JOH.005.037 Und der Vater, der mich gesandt hat, derselbe hat von mir gezeugt. Ihr habt nie weder seine Stimme gehört noch seine Gestalt gesehen,
5:38b.JOH.005.038 und sein Wort habt ihr nicht in euch wohnend; denn ihr glaubt dem nicht, den er gesandt hat.
5:39b.JOH.005.039 Suchet in der Schrift; denn ihr meinet, ihr habet das ewige Leben darin; und sie ist's, die von mir zeuget;
5:40b.JOH.005.040 und ihr wollt nicht zu mir kommen, daß ihr das Leben haben möchtet.
5:41b.JOH.005.041 Ich nehme nicht Ehre von Menschen;
5:42b.JOH.005.042 aber ich kenne euch, daß ihr nicht Gottes Liebe in euch habt.
5:43b.JOH.005.043 Ich bin gekommen in meines Vaters Namen, und ihr nehmet mich nicht an. So ein anderer wird in seinem eigenen Namen kommen, den werdet ihr annehmen.
5:44b.JOH.005.044 Wie könnet ihr glauben, die ihr Ehre voneinander nehmet? und die Ehre, die von Gott allein ist, suchet ihr nicht.
5:45b.JOH.005.045 Ihr sollt nicht meinen, daß ich euch vor dem Vater verklagen werde; es ist einer, der euch verklagt, der Mose, auf welchen ihr hofft.
5:46b.JOH.005.046 Wenn ihr Mose glaubtet, so glaubtet ihr auch mir; denn er hat von mir geschrieben.
5:47b.JOH.005.047 So ihr aber seinen Schriften nicht glaubt, wie werdet ihr meinen Worten glauben?
6
6:1b.JOH.006.001 Darnach fuhr Jesus weg über das Meer an der Stadt Tiberias in Galiläa.
6:2b.JOH.006.002 Und es zog ihm viel Volks nach, darum daß sie die Zeichen sahen, die er an den Kranken tat.
6:3b.JOH.006.003 Jesus aber ging hinauf auf einen Berg und setzte sich daselbst mit seinen Jüngern.
6:4b.JOH.006.004 Es war aber nahe Ostern, der Juden Fest.
6:5b.JOH.006.005 Da hob Jesus seine Augen auf und sieht, daß viel Volks zu ihm kommt, und spricht zu Philippus: Wo kaufen wir Brot, daß diese essen?
6:6b.JOH.006.006 (Das sagte er aber, ihn zu versuchen; denn er wußte wohl, was er tun wollte.)
6:7b.JOH.006.007 Philippus antwortete ihm: Für zweihundert Groschen Brot ist nicht genug unter sie, daß ein jeglicher unter ihnen ein wenig nehme.
6:8b.JOH.006.008 Spricht zu ihm einer seiner Jünger, Andreas, der Bruder des Simon Petrus:
6:9b.JOH.006.009 Es ist ein Knabe hier, der hat fünf Gerstenbrote und zwei Fische; aber was ist das unter so viele?
6:10b.JOH.006.010 Jesus aber sprach: Schaffet, daß sich das Volk lagert. Es war aber viel Gras an dem Ort. Da lagerten sich bei fünftausend Mann.
6:11b.JOH.006.011 Jesus aber nahm die Brote, dankte und gab sie den Jüngern, die Jünger aber denen, die sich gelagert hatten; desgleichen auch von den Fischen, wieviel sie wollten.
6:12b.JOH.006.012 Da sie aber satt waren, sprach er zu seinen Jüngern: Sammelt die übrigen Brocken, daß nichts umkommt.
6:13b.JOH.006.013 Da sammelten sie und füllten zwölf Körbe mit Brocken von den fünf Gerstenbroten, die übrig blieben denen, die gespeist worden.
6:14b.JOH.006.014 Da nun die Menschen das Zeichen sahen, das Jesus tat, sprachen sie: Das ist wahrlich der Prophet, der in die Welt kommen soll.
6:15b.JOH.006.015 Da Jesus nun merkte, daß sie kommen würden und ihn haschen, daß sie ihn zum König machten, entwich er abermals auf den Berg, er selbst allein.
6:16b.JOH.006.016 Am Abend aber gingen die Jünger hinab an das Meer
6:17b.JOH.006.017 und traten in das Schiff und kamen über das Meer gen Kapernaum. Und es war schon finster geworden, und Jesus war nicht zu ihnen gekommen.
6:18b.JOH.006.018 Und das Meer erhob sich von einem großen Winde.
6:19b.JOH.006.019 Da sie nun gerudert hatten bei fünfundzwanzig oder dreißig Feld Wegs, sahen sie Jesum auf dem Meere dahergehen und nahe zum Schiff kommen; und sie fürchteten sich.
6:20b.JOH.006.020 Er aber sprach zu ihnen: Ich bin's; fürchtet euch nicht!
6:21b.JOH.006.021 Da wollten sie ihn in das Schiff nehmen; und alsbald war das Schiff am Lande, da sie hin fuhren.
6:22b.JOH.006.022 Des anderen Tages sah das Volk, das diesseit des Meeres stand, daß kein anderes Schiff daselbst war denn das eine, darin seine Jünger getreten waren, und daß Jesus nicht mit seinen Jüngern in das Schiff getreten war, sondern allein seine Jünger waren weggefahren.
6:23b.JOH.006.023 Es kamen aber andere Schiffe von Tiberias nahe zur Stätte, da sie das Brot gegessen hatten durch des HERRN Danksagung.
6:24b.JOH.006.024 Da nun das Volk sah, daß Jesus nicht da war noch seine Jünger, traten sie auch in Schiffe und kamen gen Kapernaum und suchten Jesum.
6:25b.JOH.006.025 Und da sie ihn fanden jenseit des Meeres, sprachen sie zu ihm: Rabbi, wann bist du hergekommen?
6:26b.JOH.006.026 Jesus antwortete ihnen und sprach: Wahrlich, wahrlich ich sage euch: Ihr suchet mich nicht darum, daß ihr Zeichen gesehen habt, sondern daß ihr von dem Brot gegessen habt und seid satt geworden.
6:27b.JOH.006.027 Wirket Speise, nicht, die vergänglich ist, sondern die da bleibt in das ewige Leben, welche euch des Menschen Sohn geben wird; denn den hat Gott der Vater versiegelt.
6:28b.JOH.006.028 Da sprachen sie zu ihm: Was sollen wir tun, daß wir Gottes Werke wirken?
6:29b.JOH.006.029 Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Das ist Gottes Werk, daß ihr an den glaubt, den er gesandt hat.
6:30b.JOH.006.030 Da sprachen sie zu ihm: Was tust du denn für ein Zeichen, auf daß wir sehen und glauben dir? Was wirkst du?
6:31b.JOH.006.031 Unsere Väter haben Manna gegessen in der Wüste, wie geschrieben steht: "Er gab ihnen Brot vom Himmel zu essen."
6:32b.JOH.006.032 Da sprach Jesus zu ihnen: Wahrlich, wahrlich ich sage euch: Mose hat euch nicht das Brot vom Himmel gegeben, sondern mein Vater gibt euch das rechte Brot vom Himmel.
6:33b.JOH.006.033 Denn dies ist das Brot Gottes, das vom Himmel kommt und gibt der Welt das Leben.
6:34b.JOH.006.034 Da sprachen sie zu ihm: HERR, gib uns allewege solch Brot.
6:35b.JOH.006.035 Jesus aber sprach zu ihnen: Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten.
6:36b.JOH.006.036 Aber ich habe es euch gesagt, daß ihr mich gesehen habt, und glaubet doch nicht.
6:37b.JOH.006.037 Alles, was mir mein Vater gibt, das kommt zu mir; und wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen.
6:38b.JOH.006.038 Denn ich bin vom Himmel gekommen, nicht daß ich meinen Willen tue, sondern den Willen des, der mich gesandt hat.
6:39b.JOH.006.039 Das ist aber der Wille des Vaters, der mich gesandt hat, daß ich nichts verliere von allem, was er mir gegeben hat, sondern daß ich's auferwecke am Jüngsten Tage.
6:40b.JOH.006.040 Denn das ist der Wille des, der mich gesandt hat, daß, wer den Sohn sieht und glaubt an ihn, habe das ewige Leben; und ich werde ihn auferwecken am Jüngsten Tage.
6:41b.JOH.006.041 Da murrten die Juden darüber, daß er sagte: Ich bin das Brot, daß vom Himmel gekommen ist,
6:42b.JOH.006.042 und sprachen: Ist dieser nicht Jesus, Josephs Sohn, des Vater und Mutter wir kennen? Wie spricht er denn: Ich bin vom Himmel gekommen?
6:43b.JOH.006.043 Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Murret nicht untereinander.
6:44b.JOH.006.044 Es kann niemand zu mir kommen, es sei denn, daß ihn ziehe der Vater, der mich gesandt hat; und ich werde ihn auferwecken am Jüngsten Tage.
6:45b.JOH.006.045 Es steht geschrieben in den Propheten: "Sie werden alle von Gott gelehrt sein." Wer es nun hört vom Vater und lernt es, der kommt zu mir.
6:46b.JOH.006.046 Nicht daß jemand den Vater habe gesehen, außer dem, der vom Vater ist; der hat den Vater gesehen.
6:47b.JOH.006.047 Wahrlich, wahrlich ich sage euch: Wer an mich glaubt, der hat das ewige Leben.
6:48b.JOH.006.048 Ich bin das Brot des Lebens.
6:49b.JOH.006.049 Eure Väter haben Manna gegessen in der Wüste und sind gestorben.
6:50b.JOH.006.050 Dies ist das Brot, das vom Himmel kommt, auf daß, wer davon isset, nicht sterbe.
6:51b.JOH.006.051 Ich bin das lebendige Brot, vom Himmel gekommen. Wer von diesem Brot essen wird, der wird leben in Ewigkeit. Und das Brot, daß ich geben werde, ist mein Fleisch, welches ich geben werde für das Leben der Welt.
6:52b.JOH.006.052 Da zankten die Juden untereinander und sprachen: Wie kann dieser uns sein Fleisch zu essen geben?
6:53b.JOH.006.053 Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich ich sage euch: Werdet ihr nicht essen das Fleisch des Menschensohnes und trinken sein Blut, so habt ihr kein Leben in euch.
6:54b.JOH.006.054 Wer mein Fleisch isset und trinket mein Blut, der hat das ewige Leben, und ich werde ihn am Jüngsten Tage auferwecken.
6:55b.JOH.006.055 Denn mein Fleisch ist die rechte Speise, und mein Blut ist der rechte Trank.
6:56b.JOH.006.056 Wer mein Fleisch isset und trinket mein Blut, der bleibt in mir und ich in ihm.
6:57b.JOH.006.057 Wie mich gesandt hat der lebendige Vater und ich lebe um des Vaters willen, also, wer mich isset, der wird auch leben um meinetwillen.
6:58b.JOH.006.058 Dies ist das Brot, das vom Himmel gekommen ist; nicht, wie eure Väter haben Manna gegessen und sind gestorben: wer dies Brot isset, der wird leben in Ewigkeit.
6:59b.JOH.006.059 Solches sagte er in der Schule, da er lehrte zu Kapernaum.
6:60b.JOH.006.060 Viele nun seine Jünger, die das hörten, sprachen: Das ist eine harte Rede; wer kann sie hören?
6:61b.JOH.006.061 Da Jesus aber bei sich selbst merkte, daß seine Jünger darüber murrten, sprach er zu ihnen: Ärgert euch das?
6:62b.JOH.006.062 Wie, wenn ihr denn sehen werdet des Menschen Sohn auffahren dahin, da er zuvor war?
6:63b.JOH.006.063 Der Geist ist's, der da lebendig macht; das Fleisch ist nichts nütze. Die Worte, die ich rede, die sind Geist und sind Leben.
6:64b.JOH.006.064 Aber es sind etliche unter euch, die glauben nicht. (Denn Jesus wußte von Anfang wohl, welche nicht glaubend waren und welcher ihn verraten würde.)
6:65b.JOH.006.065 Und er sprach: Darum habe ich euch gesagt: Niemand kann zu mir kommen, es sei ihm denn von meinem Vater gegeben.
6:66b.JOH.006.066 Von dem an gingen seiner Jünger viele hinter sich und wandelten hinfort nicht mehr mit ihm.
6:67b.JOH.006.067 Da sprach Jesus zu den Zwölfen: Wollt ihr auch weggehen?
6:68b.JOH.006.068 Da antwortete ihm Simon Petrus: HERR, wohin sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens;
6:69b.JOH.006.069 und wir haben geglaubt und erkannt, daß du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes.
6:70b.JOH.006.070 Jesus antwortete ihnen: Habe ich nicht euch Zwölf erwählt? und-euer einer ist ein Teufel!
6:71b.JOH.006.071 Er redete aber von dem Judas, Simons Sohn, Ischariot; der verriet ihn hernach, und war der Zwölfe einer.
7
7:1b.JOH.007.001 Darnach zog Jesus umher in Galiläa; denn er wollte nicht in Judäa umherziehen, darum daß ihm die Juden nach dem Leben stellten.
7:2b.JOH.007.002 Es war aber nahe der Juden Fest, die Laubhütten.
7:3b.JOH.007.003 Da sprachen seine Brüder zu ihm: Mache dich auf von dannen und gehe nach Judäa, auf daß auch deine Jünger sehen, die Werke die du tust.
7:4b.JOH.007.004 Niemand tut etwas im Verborgenen und will doch frei offenbar sein. Tust du solches, so offenbare dich vor der Welt.
7:5b.JOH.007.005 Denn auch seine Brüder glaubten nicht an ihn.
7:6b.JOH.007.006 Da spricht Jesus zu ihnen: Meine Zeit ist noch nicht hier; eure Zeit aber ist allewege.
7:7b.JOH.007.007 Die Welt kann euch nicht hassen; mich aber haßt sie, denn ich zeuge von ihr, daß ihre Werke böse sind.
7:8b.JOH.007.008 Gehet ihr hinauf auf dieses Fest; ich will noch nicht hinaufgehen auf dieses Fest, den meine Zeit ist noch nicht erfüllt.
7:9b.JOH.007.009 Da er aber das zu ihnen gesagt, blieb er in Galiläa.
7:10b.JOH.007.010 Als aber seine Brüder waren hinaufgegangen, da ging er auch hinauf zu dem Fest, nicht offenbar, sondern wie heimlich.
7:11b.JOH.007.011 Da suchten ihn die Juden am Fest und sprachen: Wo ist der?
7:12b.JOH.007.012 Und es war ein großes Gemurmel unter dem Volk. Etliche sprachen: Er ist fromm; die andern aber sprachen: Nein, er verführt das Volk.
7:13b.JOH.007.013 Niemand aber redete frei von ihm um der Furcht willen vor den Juden.
7:14b.JOH.007.014 Aber mitten im Fest ging Jesus hinauf in den Tempel und lehrte.
7:15b.JOH.007.015 Und die Juden verwunderten sich und sprachen: Wie kann dieser die Schrift, so er sie doch nicht gelernt hat?
7:16b.JOH.007.016 Jesus antwortete ihnen und sprach: Meine Lehre ist nicht mein, sondern des, der mich gesandt hat.
7:17b.JOH.007.017 So jemand will des Willen tun, der wird innewerden, ob diese Lehre von Gott sei, oder ob ich von mir selbst rede.
7:18b.JOH.007.018 Wer von sich selbst redet, der sucht seine eigene Ehre; wer aber sucht die Ehre des, der ihn gesandt hat, der ist wahrhaftig, und ist keine Ungerechtigkeit an ihm.
7:19b.JOH.007.019 Hat euch nicht Mose das Gesetz gegeben? und niemand unter euch tut das Gesetz. Warum sucht ihr mich zu töten?
7:20b.JOH.007.020 Das Volk antwortete und sprach: Du hast den Teufel; wer versucht dich zu töten?
7:21b.JOH.007.021 Jesus antwortete und sprach: Ein einziges Werk habe ich getan, und es wundert euch alle.
7:22b.JOH.007.022 Mose hat euch darum gegeben die Beschneidung, nicht daß sie von Mose kommt, sondern von den Vätern, und ihr beschneidet den Menschen am Sabbat.
7:23b.JOH.007.023 So ein Mensch die Beschneidung annimmt am Sabbat, auf daß nicht das Gesetz Mose's gebrochen werde, zürnet ihr denn über mich, daß ich den ganzen Menschen habe am Sabbat gesund gemacht?
7:24b.JOH.007.024 Richtet nicht nach dem Ansehen, sondern richtet ein rechtes Gericht.
7:25b.JOH.007.025 Da sprachen etliche aus Jerusalem: Ist das nicht der, den sie suchten zu töten?
7:26b.JOH.007.026 Und siehe zu, er redet frei, und sie sagen nichts. Erkennen unsere Obersten nun gewiß, daß er gewiß Christus sei?
7:27b.JOH.007.027 Doch wir wissen, woher dieser ist; wenn aber Christus kommen wird, so wird niemand wissen, woher er ist.
7:28b.JOH.007.028 Da rief Jesus im Tempel und sprach: Ja, ihr kennet mich und wisset, woher ich bin; und von mir selbst bin ich nicht gekommen, sondern es ist ein Wahrhaftiger, der mich gesandt hat, welchen ihr nicht kennet.
7:29b.JOH.007.029 Ich kenne ihn aber; denn ich bin von ihm, und er hat mich gesandt.
7:30b.JOH.007.030 Da suchten sie ihn zu greifen; aber niemand legte die Hand an ihn, denn seine Stunde war noch nicht gekommen.
7:31b.JOH.007.031 Aber viele vom Volk glaubten an ihn und sprachen: Wenn Christus kommen wird, wird er auch mehr Zeichen tun, denn dieser tut?
7:32b.JOH.007.032 Und es kam vor die Pharisäer, daß das Volk solches von ihm murmelte. Da sandten die Pharisäer und Hohenpriester Knechte aus, das sie ihn griffen.
7:33b.JOH.007.033 Da sprach Jesus zu ihnen: Ich bin noch eine kleine Zeit bei euch, und dann gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat.
7:34b.JOH.007.034 Ihr werdet mich suchen, und nicht finden; und wo ich bin, könnet ihr nicht hin kommen.
7:35b.JOH.007.035 Da sprachen die Juden untereinander: Wo soll dieser hin gehen, daß wir ihn nicht finden sollen? Will er zu den Zerstreuten unter den Griechen gehen und die Griechen lehren?
7:36b.JOH.007.036 Was ist das für eine Rede, daß er sagte: "Ihr werdet mich suchen, und nicht finden; und wo ich bin, da könnet ihr nicht hin kommen"?
7:37b.JOH.007.037 Aber am letzten Tage des Festes, der am herrlichsten war, trat Jesus auf, rief und sprach: Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke!
7:38b.JOH.007.038 Wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt, von des Leibe werden Ströme des lebendigen Wassers fließen.
7:39b.JOH.007.039 Das sagte er aber von dem Geist, welchen empfangen sollten, die an ihn glaubten; denn der Heilige Geist war noch nicht da, denn Jesus war noch nicht verklärt.
7:40b.JOH.007.040 Viele nun vom Volk, die diese Rede hörten, sprachen: Dieser ist wahrlich der Prophet.
7:41b.JOH.007.041 Andere sprachen: Er ist Christus. Etliche aber sprachen: Soll Christus aus Galiläa kommen?
7:42b.JOH.007.042 Spricht nicht die Schrift: von dem Samen Davids und aus dem Flecken Bethlehem, da David war, soll Christus kommen?
7:43b.JOH.007.043 Also ward eine Zwietracht unter dem Volk über ihn.
7:44b.JOH.007.044 Es wollten aber etliche ihn greifen; aber niemand legte die Hand an ihn.
7:45b.JOH.007.045 Die Knechte kamen zu den Hohenpriestern und Pharisäern; und sie sprachen zu ihnen: Warum habt ihr ihn nicht gebracht?
7:46b.JOH.007.046 Die Knechte antworteten: Es hat nie ein Mensch also geredet wie dieser Mensch.
7:47b.JOH.007.047 Da antworteten ihnen die Pharisäer: Seid ihr auch verführt?
7:48b.JOH.007.048 Glaubt auch irgendein Oberster oder Pharisäer an ihn?
7:49b.JOH.007.049 sondern das Volk, das nichts vom Gesetz weiß, ist verflucht.
7:50b.JOH.007.050 Spricht zu ihnen Nikodemus, der bei der Nacht zu ihm kam, welcher einer unter ihnen war:
7:51b.JOH.007.051 Richtet unser Gesetz auch einen Menschen, ehe man ihn verhört und erkennt, was er tut?
7:52b.JOH.007.052 Sie antworteten und sprachen zu ihm: Bist du auch ein Galiläer? Forsche und siehe, aus Galiläa steht kein Prophet auf.
7:53b.JOH.007.053 Und ein jeglicher ging also heim.
8
8:1b.JOH.008.001 Jesus aber ging an den Ölberg.
8:2b.JOH.008.002 Und frühmorgens kam er wieder in den Tempel, und alles Volk kam zu ihm; und er setzte sich und lehrte sie.
8:3b.JOH.008.003 Aber die Schriftgelehrten und Pharisäer brachten ein Weib zu ihm, im Ehebruch ergriffen, und stellten sie in die Mitte dar
8:4b.JOH.008.004 und sprachen zu ihm: Meister, dies Weib ist ergriffen auf frischer Tat im Ehebruch.
8:5b.JOH.008.005 Mose aber hat uns im Gesetz geboten, solche zu steinigen; was sagst du?
8:6b.JOH.008.006 Das sprachen sie aber, ihn zu versuchen, auf daß sie eine Sache wider ihn hätten. Aber Jesus bückte sich nieder und schrieb mit dem Finger auf die Erde. {} {}
8:7b.JOH.008.007 Als sie nun anhielten, ihn zu fragen, richtete er sich auf und sprach zu ihnen: Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie.
8:8b.JOH.008.008 Und bückte sich wieder nieder und schrieb auf die Erde.
8:9b.JOH.008.009 Da sie aber das hörten, gingen sie hinaus (von ihrem Gewissen überführt), einer nach dem andern, von den Ältesten bis zu den Geringsten; und Jesus ward gelassen allein und das Weib in der Mitte stehend.
8:10b.JOH.008.010 Jesus aber richtete sich auf; und da er niemand sah denn das Weib, sprach er zu ihr: Weib, wo sind sie, deine Verkläger? Hat dich niemand verdammt?
8:11b.JOH.008.011 Sie aber sprach: HERR, niemand. Jesus aber sprach: So verdamme ich dich auch nicht; gehe hin und sündige hinfort nicht mehr!
8:12b.JOH.008.012 Da redete Jesus abermals zu ihnen und sprach: Ich bin das Licht der Welt; wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wir das Licht des Lebens haben.
8:13b.JOH.008.013 Da sprachen die Pharisäer zu ihm: Du zeugst von dir selbst; dein Zeugnis ist nicht wahr.
8:14b.JOH.008.014 Jesus antwortete und sprach zu ihnen: So ich von mir selbst zeugen würde, so ist mein Zeugnis wahr; denn ich weiß, woher ich gekommen bin und wohin ich gehe; ihr aber wißt nicht, woher ich komme und wohin ich gehe.
8:15b.JOH.008.015 Ihr richtet nach dem Fleisch; ich richte niemand.
8:16b.JOH.008.016 So ich aber richte, so ist mein Gericht recht; denn ich bin nicht allein, sondern ich und der Vater, der mich gesandt hat.
8:17b.JOH.008.017 Auch steht in eurem Gesetz geschrieben, daß zweier Menschen Zeugnis wahr sei.
8:18b.JOH.008.018 Ich bin's, der ich von mir selbst zeuge; und der Vater, der mich gesandt hat, zeugt auch von mir.
8:19b.JOH.008.019 Da sprachen sie zu ihm: Wo ist dein Vater? Jesus antwortete: Ihr kennt weder mich noch meinen Vater; wenn ihr mich kenntet, so kenntet ihr auch meinen Vater.
8:20b.JOH.008.020 Diese Worte redete Jesus an dem Gotteskasten, da er lehrte im Tempel; und niemand griff ihn, denn seine Stunde war noch nicht gekommen.
8:21b.JOH.008.021 Da sprach Jesus abermals zu ihnen: Ich gehe hinweg, und ihr werdet mich suchen und in eurer Sünde sterben. Wo ich hin gehe, da könnet ihr nicht hin kommen.
8:22b.JOH.008.022 Da sprachen die Juden: Will er sich denn selbst töten, daß er spricht: "Wohin ich gehe, da könnet ihr nicht hin kommen"?
8:23b.JOH.008.023 Und er sprach zu ihnen: Ihr seid von untenher, ich bin von obenher; ihr seid von dieser Welt, ich bin nicht von dieser Welt.
8:24b.JOH.008.024 So habe ich euch gesagt, daß ihr sterben werdet in euren Sünden; denn so ihr nicht glaubt, daß ich es sei, so werdet ihr sterben in euren Sünden.
8:25b.JOH.008.025 Da sprachen sie zu ihm: Wer bist du denn? Und Jesus sprach zu ihnen: Erstlich der, der ich mit euch rede.
8:26b.JOH.008.026 Ich habe viel von euch zu reden und zu richten; aber der mich gesandt hat, ist wahrhaftig, und was ich von ihm gehört habe, das rede ich vor der Welt.
8:27b.JOH.008.027 Sie verstanden aber nicht, daß er ihnen von dem Vater sagte.
8:28b.JOH.008.028 Da sprach Jesus zu ihnen: Wenn ihr des Menschen Sohn erhöhen werdet, dann werdet ihr erkennen, daß ich es sei und nichts von mir selber tue, sondern wie mich mein Vater gelehrt hat, so rede ich.
8:29b.JOH.008.029 Und der mich gesandt hat, ist mit mir. Der Vater läßt mich nicht allein; denn ich tue allezeit, was ihm gefällt.
8:30b.JOH.008.030 Da er solches redete, glaubten viele an ihn.
8:31b.JOH.008.031 Da sprach nun Jesus zu den Juden, die an ihn glaubten: So ihr bleiben werdet an meiner Rede, so seid ihr meine rechten Jünger
8:32b.JOH.008.032 und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.
8:33b.JOH.008.033 Da antworteten sie ihm: Wir sind Abrahams Samen, sind niemals jemandes Knecht gewesen; wie sprichst du denn: "Ihr sollt frei werden"?
8:34b.JOH.008.034 Jesus antwortete ihnen und sprach: Wahrlich, wahrlich ich sage euch: Wer Sünde tut, der ist der Sünde Knecht.
8:35b.JOH.008.035 Der Knecht aber bleibt nicht ewiglich im Hause; der Sohn bleibt ewiglich.
8:36b.JOH.008.036 So euch nun der Sohn frei macht, so seid ihr recht frei.
8:37b.JOH.008.037 Ich weiß wohl, daß ihr Abrahams Samen seid; aber ihr sucht mich zu töten, denn meine Rede fängt nicht bei euch.
8:38b.JOH.008.038 Ich rede, was ich von meinem Vater gesehen habe; so tut ihr, was ihr von eurem Vater gesehen habt.
8:39b.JOH.008.039 Sie antworteten und sprachen zu ihm: Abraham ist unser Vater. Spricht Jesus zu ihnen: Wenn ihr Abrahams Kinder wärt, so tätet ihr Abrahams Werke.
8:40b.JOH.008.040 Nun aber sucht ihr mich zu töten, einen solchen Menschen, der ich euch die Wahrheit gesagt habe, die ich von Gott gehört habe. Das hat Abraham nicht getan.
8:41b.JOH.008.041 Ihr tut eures Vaters Werke. Da sprachen sie zu ihm: Wir sind nicht unehelich geboren, wir haben einen Vater, Gott.
8:42b.JOH.008.042 Jesus sprach zu ihnen: Wäre Gott euer Vater, so liebtet ihr mich; denn ich bin ausgegangen und komme von Gott; denn ich bin nicht von mir selber gekommen, sondern er hat mich gesandt.
8:43b.JOH.008.043 Warum kennet ihr denn meine Sprache nicht? Denn ihr könnt ja mein Wort nicht hören.
8:44b.JOH.008.044 Ihr seid von dem Vater, dem Teufel, und nach eures Vaters Lust wollt ihr tun. Der ist ein Mörder von Anfang und ist nicht bestanden in der Wahrheit; denn die Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er die Lüge redet, so redet er von seinem Eigenen; denn er ist ein Lügner und ein Vater derselben.
8:45b.JOH.008.045 Ich aber, weil ich die Wahrheit sage, so glaubet ihr mir nicht.
8:46b.JOH.008.046 Welcher unter euch kann mich einer Sünde zeihen? So ich aber die Wahrheit sage, warum glaubet ihr mir nicht?
8:47b.JOH.008.047 Wer von Gott ist, der hört Gottes Worte; darum hört ihr nicht, denn ihr seid nicht von Gott.
8:48b.JOH.008.048 Da antworteten die Juden und sprachen zu ihm: Sagen wir nicht recht, daß du ein Samariter bist und hast den Teufel?
8:49b.JOH.008.049 Jesus antwortete: Ich habe keinen Teufel, sondern ich ehre meinen Vater, und ihr unehret mich.
8:50b.JOH.008.050 Ich suche nicht meine Ehre; es ist aber einer, der sie sucht, und richtet.
8:51b.JOH.008.051 Wahrlich, wahrlich ich sage euch: So jemand mein Wort wird halten, der wird den Tod nicht sehen ewiglich.
8:52b.JOH.008.052 Da sprachen die Juden zu ihm: Nun erkennen wir, daß du den Teufel hast. Abraham ist gestorben und die Propheten, und du sprichst: "So jemand mein Wort hält, der wird den Tod nicht schmecken ewiglich."
8:53b.JOH.008.053 Bist du denn mehr als unser Vater Abraham, welcher gestorben ist? Und die Propheten sind gestorben. Was machst du aus dir selbst?
8:54b.JOH.008.054 Jesus antwortete: So ich mich selber ehre, so ist meine Ehre nichts. Es ist aber mein Vater, der mich ehrt, von welchem ihr sprecht, er sei euer Gott;
8:55b.JOH.008.055 und kennet ihn nicht, ich aber kenne ihn. Und so ich würde sagen: Ich kenne ihn nicht, so würde ich ein Lügner, gleichwie ihr seid. Aber ich kenne ihn und halte sein Wort.
8:56b.JOH.008.056 Abraham, euer Vater, ward froh, daß er meinen Tag sehen sollte; und er sah ihn und freute sich.
8:57b.JOH.008.057 Da sprachen die Juden zu ihm: Du bist noch nicht fünfzig Jahre alt und hast Abraham gesehen?
8:58b.JOH.008.058 Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich ich sage euch: Ehe denn Abraham ward, bin ich.
8:59b.JOH.008.059 Da hoben sie Steine auf, daß sie auf ihn würfen. Aber Jesus verbarg sich und ging zum Tempel hinaus. {}
9
9:1b.JOH.009.001 Und Jesus ging vorüber und sah einen, der blind geboren war.
9:2b.JOH.009.002 Und seine Jünger fragten ihn und sprachen: Meister, wer hat gesündigt, dieser oder seine Eltern, daß er ist blind geboren?
9:3b.JOH.009.003 Jesus antwortete: Es hat weder dieser gesündigt noch seine Eltern, sondern daß die Werke Gottes offenbar würden an ihm.
9:4b.JOH.009.004 Ich muß wirken die Werke des, der mich gesandt hat, solange es Tag ist; es kommt die Nacht, da niemand wirken kann.
9:5b.JOH.009.005 Dieweil ich bin in der Welt, bin ich das Licht der Welt.
9:6b.JOH.009.006 Da er solches gesagt, spützte er auf die Erde und machte einen Kot aus dem Speichel und schmierte den Kot auf des Blinden Augen
9:7b.JOH.009.007 und sprach zu ihm: Gehe hin zu dem Teich Siloah (das ist verdolmetscht: gesandt) und wasche dich! Da ging er hin und wusch sich und kam sehend.
9:8b.JOH.009.008 Die Nachbarn und die ihn zuvor gesehen hatten, daß er ein Bettler war, sprachen: Ist dieser nicht, der dasaß und bettelte?
9:9b.JOH.009.009 Etliche sprachen: Er ist's, etliche aber: er ist ihm ähnlich. Er selbst aber sprach: Ich bin's.
9:10b.JOH.009.010 Da sprachen sie zu ihm: Wie sind deine Augen aufgetan worden?
9:11b.JOH.009.011 Er antwortete und sprach: Der Mensch, der Jesus heißt, machte einen Kot und schmierte meine Augen und sprach: "Gehe hin zu dem Teich Siloah und wasche dich!" Ich ging hin und wusch mich und ward sehend.
9:12b.JOH.009.012 Da sprachen sie zu ihm: Wo ist er? Er sprach: Ich weiß nicht.
9:13b.JOH.009.013 Da führten sie ihn zu den Pharisäern, der weiland blind war.
9:14b.JOH.009.014 (Es war aber Sabbat, da Jesus den Kot machte und seine Augen öffnete.)
9:15b.JOH.009.015 Da fragten ihn abermals auch die Pharisäer, wie er wäre sehend geworden. Er aber sprach zu ihnen: Kot legte er mir auf die Augen, und ich wusch mich und bin nun sehend.
9:16b.JOH.009.016 Da sprachen etliche der Pharisäer: Der Mensch ist nicht von Gott, dieweil er den Sabbat nicht hält. Die andern aber sprachen: Wie kann ein sündiger Mensch solche Zeichen tun? Und es ward eine Zwietracht unter ihnen.
9:17b.JOH.009.017 Sie sprachen wieder zu dem Blinden: Was sagst du von ihm, daß er hat deine Augen aufgetan? Er aber sprach: Er ist ein Prophet.
9:18b.JOH.009.018 Die Juden glaubten nicht von ihm, daß er blind gewesen und sehend geworden wäre, bis daß sie riefen die Eltern des, der sehend war geworden,
9:19b.JOH.009.019 fragten sie und sprachen: Ist das euer Sohn, von welchem ihr sagt, er sei blind geboren? Wie ist er denn nun sehend?
9:20b.JOH.009.020 Seine Eltern antworteten ihnen und sprachen: Wir wissen, daß dieser unser Sohn ist und daß er blind geboren ist;
9:21b.JOH.009.021 wie er aber nun sehend ist, wissen wir nicht; oder wer ihm hat seine Augen aufgetan, wissen wir auch nicht. Er ist alt genug, fraget ihn, laßt ihn selbst für sich reden.
9:22b.JOH.009.022 Solches sagten seine Eltern; denn sie fürchteten sich vor den Juden. Denn die Juden hatten sich schon vereinigt, so jemand ihn für Christus bekennte, daß er in den Bann getan würde.
9:23b.JOH.009.023 Darum sprachen seine Eltern: er ist alt genug, fraget ihn selbst.
9:24b.JOH.009.024 Da riefen sie zum andernmal den Menschen, der blind gewesen war, und sprachen zu ihm: Gib Gott die Ehre! wir wissen, daß dieser Mensch ein Sünder ist.
9:25b.JOH.009.025 Er antwortete und sprach: Ist er ein Sünder, das weiß ich nicht; eines weiß ich wohl, daß ich blind war und bin nun sehend.
9:26b.JOH.009.026 Da sprachen sie wieder zu ihm: Was tat er dir? Wie tat er deine Augen auf?
9:27b.JOH.009.027 Er antwortete ihnen: Ich habe es euch jetzt gesagt; habt ihr's nicht gehört? Was wollt ihr's abermals hören? Wollt ihr auch seine Jünger werden?
9:28b.JOH.009.028 Da schalten sie ihn und sprachen: Du bist sein Jünger; wir aber sind Mose's Jünger.
9:29b.JOH.009.029 Wir wissen, daß Gott mit Mose geredet hat; woher aber dieser ist, wissen wir nicht.
9:30b.JOH.009.030 Der Mensch antwortete und sprach zu ihnen: Das ist ein wunderlich Ding, daß ihr nicht wisset, woher er sei, und er hat meine Augen aufgetan.
9:31b.JOH.009.031 Wir wissen aber, daß Gott die Sünder nicht hört; sondern so jemand gottesfürchtig ist und tut seinen Willen, den hört er.
9:32b.JOH.009.032 Von der Welt an ist's nicht erhört, daß jemand einem geborenen Blinden die Augen aufgetan habe.
9:33b.JOH.009.033 Wäre dieser nicht von Gott, er könnte nichts tun.
9:34b.JOH.009.034 Sie antworteten und sprachen zu ihm: Du bist ganz in Sünde geboren, und lehrst uns? Und stießen ihn hinaus.
9:35b.JOH.009.035 Es kam vor Jesus, daß sie ihn ausgestoßen hatten. Und da er ihn fand, sprach er zu ihm: Glaubst du an den Sohn Gottes?
9:36b.JOH.009.036 Er antwortete und sprach: Herr, welcher ist's? auf daß ich an ihn glaube.
9:37b.JOH.009.037 Jesus sprach zu ihm: Du hast ihn gesehen, und der mit dir redet, der ist's.
9:38b.JOH.009.038 Er aber sprach: HERR, ich glaube, und betete ihn an.
9:39b.JOH.009.039 Und Jesus sprach: Ich bin zum Gericht auf diese Welt gekommen, auf daß, die da nicht sehen, sehend werden, und die da sehen, blind werden.
9:40b.JOH.009.040 Und solches hörten etliche der Pharisäer, die bei ihm waren, und sprachen zu ihm: Sind wir denn auch blind?
9:41b.JOH.009.041 Jesus sprach zu ihnen: Wärt ihr blind, so hättet ihr keine Sünde; nun ihr aber sprecht: "Wir sind sehend", bleibt eure Sünde.
10
10:1b.JOH.010.001 Wahrlich, wahrlich ich sage euch: Wer nicht zur Tür eingeht in den Schafstall, sondern steigt anderswo hinein, der ist ein Dieb und ein Mörder.
10:2b.JOH.010.002 Der aber zur Tür hineingeht, der ist ein Hirte der Schafe.
10:3b.JOH.010.003 Dem tut der Türhüter auf, und die Schafe hören seine Stimme; und er ruft seine Schafe mit Namen und führt sie aus.
10:4b.JOH.010.004 Und wenn er seine Schafe hat ausgelassen, geht er vor ihnen hin, und die Schafe folgen ihm nach; denn sie kennen seine Stimme.
10:5b.JOH.010.005 Einem Fremden aber folgen sie nicht nach, sondern fliehen von ihm; denn sie kennen der Fremden Stimme nicht.
10:6b.JOH.010.006 Diesen Spruch sagte Jesus zu ihnen; sie verstanden aber nicht, was es war, das er zu ihnen sagte.
10:7b.JOH.010.007 Da sprach Jesus wieder zu ihnen: Wahrlich, wahrlich ich sage euch: Ich bin die Tür zu den Schafen.
10:8b.JOH.010.008 Alle, die vor mir gekommen sind, die sind Diebe und Mörder; aber die Schafe haben ihnen nicht gehorcht.
10:9b.JOH.010.009 Ich bin die Tür; so jemand durch mich eingeht, der wird selig werden und wird ein und aus gehen und Weide finden.
10:10b.JOH.010.010 Ein Dieb kommt nur, daß er stehle, würge und umbringe.
10:11b.JOH.010.011 Ich bin gekommen, daß sie das Leben und volle Genüge haben sollen.
10:12b.JOH.010.012 Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte läßt sein Leben für seine Schafe. Der Mietling aber, der nicht Hirte ist, des die Schafe nicht eigen sind, sieht den Wolf kommen und verläßt die Schafe und flieht; und der Wolf erhascht und zerstreut die Schafe.
10:13b.JOH.010.013 Der Mietling aber flieht; denn er ist ein Mietling und achtet der Schafe nicht.
10:14b.JOH.010.014 Ich bin der gute Hirte und erkenne die Meinen und bin bekannt den Meinen,
10:15b.JOH.010.015 wie mich mein Vater kennt und ich kenne den Vater. Und ich lasse mein Leben für die Schafe.
10:16b.JOH.010.016 Und ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stalle; und dieselben muß ich herführen, und sie werden meine Stimme hören, und wird eine Herde und ein Hirte werden.
10:17b.JOH.010.017 Darum liebt mich mein Vater, daß ich mein Leben lasse, auf daß ich's wiedernehme.
10:18b.JOH.010.018 Niemand nimmt es von mir, sondern ich lasse es von mir selber. Ich habe Macht, es zu lassen, und habe Macht, es wiederzunehmen. Solch Gebot habe ich empfangen von meinem Vater.
10:19b.JOH.010.019 Da ward abermals eine Zwietracht unter den Juden über diese Worte.
10:20b.JOH.010.020 Viele unter ihnen sprachen: Er hat den Teufel und ist unsinnig; was höret ihr ihm zu?
10:21b.JOH.010.021 Die andern sprachen: Das sind nicht Worte eines Besessenen; kann der Teufel auch der Blinden Augen auftun?
10:22b.JOH.010.022 Es ward aber Kirchweihe zu Jerusalem und war Winter.
10:23b.JOH.010.023 Und Jesus wandelte im Tempel in der Halle Salomos.
10:24b.JOH.010.024 Da umringten ihn die Juden und sprachen zu ihm: Wie lange hältst du unsere Seele auf? Bist du Christus, so sage es uns frei heraus.
10:25b.JOH.010.025 Jesus antwortete ihnen: Ich habe es euch gesagt, und ihr glaubet nicht. Die Werke, die ich tue in meines Vaters Namen, die zeugen von mir.
10:26b.JOH.010.026 Aber ihr glaubet nicht; denn ihr seid von meinen Schafen nicht, wie ich euch gesagt habe.
10:27b.JOH.010.027 Denn meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie; und sie folgen mir,
10:28b.JOH.010.028 und ich gebe ihnen das ewige Leben; und sie werden nimmermehr umkommen, und niemand wird sie mir aus meiner Hand reißen.
10:29b.JOH.010.029 Der Vater, der sie mir gegeben hat, ist größer denn alles; und niemand kann sie aus meines Vaters Hand reißen.
10:30b.JOH.010.030 Ich und der Vater sind eins.
10:31b.JOH.010.031 Da hoben die Juden abermals Steine auf, daß sie ihn steinigten.
10:32b.JOH.010.032 Jesus antwortete ihnen: Viel gute Werke habe ich euch erzeigt von meinem Vater; um welches Werk unter ihnen steinigt ihr mich?
10:33b.JOH.010.033 Die Juden antworteten ihm und sprachen: Um des guten Werks willen steinigen wir dich nicht, sondern um der Gotteslästerung willen und daß du ein Mensch bist und machst dich selbst zu Gott.
10:34b.JOH.010.034 Jesus antwortete ihnen: Steht nicht geschrieben in eurem Gesetz: "Ich habe gesagt: Ihr seid Götter"?
10:35b.JOH.010.035 So er die Götter nennt, zu welchen das Wort geschah, und die Schrift kann doch nicht gebrochen werden,
10:36b.JOH.010.036 sprecht ihr denn zu dem, den der Vater geheiligt und in die Welt gesandt hat: "Du lästerst Gott", darum daß ich sage: Ich bin Gottes Sohn?
10:37b.JOH.010.037 Tue ich nicht die Werke meines Vaters, so glaubet mir nicht;
10:38b.JOH.010.038 tue ich sie aber, glaubet doch den Werken, wollt ihr mir nicht glauben, auf daß ihr erkennet und glaubet, daß der Vater in mir ist und ich in ihm.
10:39b.JOH.010.039 Sie suchten abermals ihn zu greifen; aber er entging ihnen aus ihren Händen
10:40b.JOH.010.040 und zog hin wieder jenseit des Jordans an den Ort, da Johannes zuvor getauft hatte, und blieb allda.
10:41b.JOH.010.041 Und viele kamen zu ihm und sprachen: Johannes tat kein Zeichen; aber alles, was Johannes von diesem gesagt hat, das ist wahr.
10:42b.JOH.010.042 Und glaubten allda viele an ihn.
11
11:1b.JOH.011.001 Es lag aber einer krank mit Namen Lazarus, von Bethanien, in dem Flecken Marias und ihrer Schwester Martha.
11:2b.JOH.011.002 (Maria aber war, die den HERRN gesalbt hat mit Salbe und seine Füße getrocknet mit ihrem Haar; deren Bruder, Lazarus, war krank.)
11:3b.JOH.011.003 Da sandten seine Schwestern zu ihm und ließen ihm sagen: HERR, siehe, den du liebhast, der liegt krank.
11:4b.JOH.011.004 Da Jesus das hörte, sprach er: Die Krankheit ist nicht zum Tode, sondern zur Ehre Gottes, daß der Sohn Gottes dadurch geehrt werde.
11:5b.JOH.011.005 Jesus aber hatte Martha lieb und ihre Schwester und Lazarus.
11:6b.JOH.011.006 Als er nun hörte, daß er krank war, blieb er zwei Tage an dem Ort, da er war.
11:7b.JOH.011.007 Darnach spricht er zu seinen Jüngern: Laßt uns wieder nach Judäa ziehen!
11:8b.JOH.011.008 Seine Jünger sprachen zu ihm: Meister, jenes Mal wollten die Juden dich steinigen, und du willst wieder dahin ziehen?
11:9b.JOH.011.009 Jesus antwortete: Sind nicht des Tages zwölf Stunden? Wer des Tages wandelt, der stößt sich nicht; denn er sieht das Licht dieser Welt.
11:10b.JOH.011.010 Wer aber des Nachts wandelt, der stößt sich; denn es ist kein Licht in ihm.
11:11b.JOH.011.011 Solches sagte er, und darnach spricht er zu ihnen: Lazarus, unser Freund, schläft; aber ich gehe hin, daß ich ihn auferwecke.
11:12b.JOH.011.012 Da sprachen seine Jünger: HERR, schläft er, so wird's besser mit ihm.
11:13b.JOH.011.013 Jesus aber sagte von seinem Tode; sie meinten aber, er redete vom leiblichen Schlaf.
11:14b.JOH.011.014 Da sagte es ihnen Jesus frei heraus: Lazarus ist gestorben;
11:15b.JOH.011.015 und ich bin froh um euretwillen, daß ich nicht dagewesen bin, auf daß ihr glaubt. Aber laßt uns zu ihm ziehen!
11:16b.JOH.011.016 Da sprach Thomas, der genannt ist Zwilling, zu den Jüngern: Laßt uns mitziehen, daß wir mit ihm sterben!
11:17b.JOH.011.017 Da kam Jesus und fand ihn, daß er schon vier Tage im Grabe gelegen hatte.
11:18b.JOH.011.018 Bethanien aber war nahe bei Jerusalem, bei fünfzehn Feld Weges;
11:19b.JOH.011.019 und viele Juden waren zu Martha und Maria gekommen, sie zu trösten über ihren Bruder.
11:20b.JOH.011.020 Als Martha nun hörte, daß Jesus kommt, geht sie ihm entgegen; Maria aber blieb daheim sitzen.
11:21b.JOH.011.021 Da sprach Martha zu Jesus: HERR, wärest du hier gewesen, mein Bruder wäre nicht gestorben!
11:22b.JOH.011.022 Aber ich weiß auch noch, daß, was du bittest von Gott, das wird dir Gott geben.
11:23b.JOH.011.023 Jesus spricht zu ihr: Dein Bruder soll auferstehen.
11:24b.JOH.011.024 Martha spricht zu ihm: Ich weiß wohl, daß er auferstehen wird in der Auferstehung am Jüngsten Tage.
11:25b.JOH.011.025 Jesus spricht zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, ob er gleich stürbe;
11:26b.JOH.011.026 und wer da lebet und glaubet an mich, der wird nimmermehr sterben. Glaubst du das?
11:27b.JOH.011.027 Sie spricht zu ihm: HERR, ja, ich glaube, daß du bist Christus, der Sohn Gottes, der in die Welt gekommen ist.
11:28b.JOH.011.028 Und da sie das gesagt hatte, ging sie hin und rief ihre Schwester Maria heimlich und sprach: Der Meister ist da und ruft dich.
11:29b.JOH.011.029 Dieselbe, als sie das hörte, stand sie eilend auf und kam zu ihm.
11:30b.JOH.011.030 (Denn Jesus war noch nicht in den Flecken gekommen, sondern war noch an dem Ort, da ihm Martha war entgegengekommen.)
11:31b.JOH.011.031 Die Juden, die bei ihr im Haus waren und sie trösteten, da sie sahen Maria, daß sie eilend aufstand und hinausging, folgten sie ihr nach und sprachen: Sie geht hin zum Grabe, daß sie daselbst weine.
11:32b.JOH.011.032 Als nun Maria kam, da Jesus war, und sah ihn, fiel sie zu seinen Füßen und sprach zu ihm: HERR, wärest du hier gewesen, mein Bruder wäre nicht gestorben!
11:33b.JOH.011.033 Als Jesus sie sah weinen und die Juden auch weinen, die mit ihr kamen, ergrimmte er im Geist und betrübte sich selbst
11:34b.JOH.011.034 und sprach: Wo habt ihr ihn hingelegt? Sie sprachen zu ihm: HERR, komm und sieh es!
11:35b.JOH.011.035 Und Jesus gingen die Augen über.
11:36b.JOH.011.036 Da sprachen die Juden: Siehe, wie hat er ihn so liebgehabt!
11:37b.JOH.011.037 Etliche aber unter ihnen sprachen: Konnte, der den Blinden die Augen aufgetan hat, nicht verschaffen, daß auch dieser nicht stürbe?
11:38b.JOH.011.038 Da ergrimmte Jesus abermals in sich selbst und kam zum Grabe. Es war aber eine Kluft, und ein Stein daraufgelegt.
11:39b.JOH.011.039 Jesus sprach: Hebt den Stein ab! Spricht zu ihm Martha, die Schwester des Verstorbenen: HERR, er stinkt schon; denn er ist vier Tage gelegen.
11:40b.JOH.011.040 Jesus spricht zu ihr: Habe ich dir nicht gesagt, so du glauben würdest, du würdest die Herrlichkeit Gottes sehen?
11:41b.JOH.011.041 Da hoben sie den Stein ab, da der Verstorbene lag. Jesus aber hob seine Augen empor und sprach: Vater, ich danke dir, daß du mich erhört hast.
11:42b.JOH.011.042 Doch ich weiß, daß du mich allezeit hörst; aber um des Volkes willen, das umhersteht, sage ich's, daß sie glauben, du habest mich gesandt.
11:43b.JOH.011.043 Da er das gesagt hatte, rief er mit lauter Stimme: Lazarus, komm heraus!
11:44b.JOH.011.044 Und der Verstorbene kam heraus, gebunden mit Grabtüchern an Füßen und Händen und sein Angesicht verhüllt mit dem Schweißtuch. Jesus spricht zu ihnen: Löset ihn auf und lasset ihn gehen!
11:45b.JOH.011.045 Viele nun der Juden, die zu Maria gekommen waren und sahen, was Jesus tat, glaubten an ihn.
11:46b.JOH.011.046 Etliche aber von ihnen gingen hin zu den Pharisäern und sagten ihnen, was Jesus getan hatte.
11:47b.JOH.011.047 Da versammelten die Hohenpriester und die Pharisäer einen Rat und sprachen: Was tun wir? Dieser Mensch tut viele Zeichen.
11:48b.JOH.011.048 Lassen wir ihn also, so werden sie alle an ihn glauben; so kommen dann die Römer und nehmen uns Land und Leute.
11:49b.JOH.011.049 Einer aber unter ihnen, Kaiphas, der desselben Jahres Hoherpriester war, sprach zu ihnen: Ihr wisset nichts,
11:50b.JOH.011.050 bedenket auch nichts; es ist uns besser ein Mensch sterbe für das Volk, denn daß das ganze Volk verderbe.
11:51b.JOH.011.051 (Solches aber redete er nicht von sich selbst, sondern weil er desselben Jahres Hoherpriester war, weissagte er. Denn Jesus sollte sterben für das Volk;
11:52b.JOH.011.052 und nicht für das Volk allein, sondern daß er auch die Kinder Gottes, die zerstreut waren, zusammenbrächte.)
11:53b.JOH.011.053 Von dem Tage an ratschlagten sie, wie sie ihn töteten.
11:54b.JOH.011.054 Jesus aber wandelte nicht mehr frei unter den Juden, sondern ging von dannen in eine Gegend nahe bei der Wüste, in eine Stadt, genannt Ephrem, und hatte sein Wesen daselbst mit seinen Jüngern.
11:55b.JOH.011.055 Es war aber nahe das Ostern der Juden; und es gingen viele aus der Gegend hinauf gen Jerusalem vor Ostern, daß sie sich reinigten.
11:56b.JOH.011.056 Da standen sie und fragten nach Jesus und redeten miteinander im Tempel: Was dünkt euch, daß er nicht kommt auf das Fest?
11:57b.JOH.011.057 Es hatten aber die Hohenpriester und Pharisäer lassen ein Gebot ausgehen: so jemand wüßte, wo er wäre, daß er's anzeige, daß sie ihn griffen.
12
12:1b.JOH.012.001 Sechs Tage vor Ostern kam Jesus gen Bethanien, da Lazarus war, der Verstorbene, welchen Jesus auferweckt hatte von den Toten.
12:2b.JOH.012.002 Daselbst machten sie ihm ein Abendmahl, und Martha diente; Lazarus aber war deren einer, die mit ihm zu Tische saßen.
12:3b.JOH.012.003 Da nahm Maria ein Pfund Salbe von ungefälschter, köstlicher Narde und salbte die Füße Jesu und trocknete mit ihrem Haar seine Füße; das Haus aber ward voll vom Geruch der Salbe.
12:4b.JOH.012.004 Da sprach seiner Jünger einer, Judas, Simons Sohn, Ischariot, der ihn hernach verriet:
12:5b.JOH.012.005 Warum ist diese Salbe nicht verkauft um dreihundert Groschen und den Armen gegeben?
12:6b.JOH.012.006 Das sagte er aber nicht, daß er nach den Armen fragte; sondern er war ein Dieb und hatte den Beutel und trug, was gegeben ward.
12:7b.JOH.012.007 Da sprach Jesus: Laß sie in Frieden! Solches hat sie behalten zum Tage meines Begräbnisses.
12:8b.JOH.012.008 Denn Arme habt ihr allezeit bei euch; mich aber habt ihr nicht allezeit.
12:9b.JOH.012.009 Da erfuhr viel Volks der Juden, daß er daselbst war; und sie kamen nicht um Jesu willen allein, sondern daß sie auch Lazarus sähen, welchen er von den Toten auferweckt hatte.
12:10b.JOH.012.010 Aber die Hohenpriester trachteten darnach, daß sie auch Lazarus töteten;
12:11b.JOH.012.011 denn um seinetwillen gingen viele Juden hin und glaubten an Jesus.
12:12b.JOH.012.012 Des andern Tages, da viel Volks, das aufs Fest gekommen war, hörte, daß Jesus käme gen Jerusalem,
12:13b.JOH.012.013 nahmen sie Palmenzweige und gingen hinaus ihm entgegen und schrieen: Hosianna! Gelobt sei, der da kommt in dem Namen des HERRN, der König von Israel!
12:14b.JOH.012.014 Jesus aber fand ein Eselein und ritt darauf; wie denn geschrieben steht:
12:15b.JOH.012.015 "Fürchte dich nicht du Tochter Zion! Siehe, dein König kommt, reitend auf einem Eselsfüllen."
12:16b.JOH.012.016 Solches verstanden seine Jünger zuvor nicht; sondern da Jesus verklärt ward, da dachten sie daran, daß solches von ihm geschrieben war und sie solches ihm getan hatten.
12:17b.JOH.012.017 Das Volk aber, das mit ihm war, da er Lazarus aus dem Grabe rief und von den Toten auferweckte, rühmte die Tat.
12:18b.JOH.012.018 Darum ging ihm auch das Volk entgegen, da sie hörten, er hätte solches Zeichen getan.
12:19b.JOH.012.019 Die Pharisäer aber sprachen untereinander: Ihr sehet, daß ihr nichts ausrichtet; siehe, alle Welt läuft ihm nach!
12:20b.JOH.012.020 Es waren aber etliche Griechen unter denen, die hinaufgekommen waren, daß sie anbeten auf dem Fest.
12:21b.JOH.012.021 Die traten zu Philippus, der von Bethsaida aus Galiläa war, baten ihn und sprachen: Herr, wir wollten Jesum gerne sehen.
12:22b.JOH.012.022 Philippus kommt und sagt es Andreas, und Philippus und Andreas sagten's weiter Jesus.
12:23b.JOH.012.023 Jesus aber antwortete ihnen und sprach: Die Zeit ist gekommen, daß des Menschen Sohn verklärt werde.
12:24b.JOH.012.024 Wahrlich, wahrlich ich sage euch: Es sei denn, daß das Weizenkorn in die Erde falle und ersterbe, so bleibt's allein; wo es aber erstirbt, so bringt es viele Früchte.
12:25b.JOH.012.025 Wer sein Leben liebhat, der wird's verlieren; und wer sein Leben auf dieser Welt haßt, der wird's erhalten zum ewigen Leben.
12:26b.JOH.012.026 Wer mir dienen will, der folge mir nach; und wo ich bin, da soll mein Diener auch sein. Und wer mir dienen wird, den wird mein Vater ehren.
12:27b.JOH.012.027 Jetzt ist meine Seele betrübt. Und was soll ich sagen? Vater, hilf mir aus dieser Stunde! Doch darum bin ich in die Welt gekommen.
12:28b.JOH.012.028 Vater verkläre deinen Namen! Da kam eine Stimme vom Himmel: Ich habe ihn verklärt und will ihn abermals verklären.
12:29b.JOH.012.029 Da sprach das Volk, das dabeistand und zuhörte: Es donnerte. Die andern sprachen: Es redete ein Engel mit ihm.
12:30b.JOH.012.030 Jesus antwortete und sprach: Diese Stimme ist nicht um meinetwillen geschehen, sondern um euretwillen.
12:31b.JOH.012.031 Jetzt geht das Gericht über die Welt; nun wird der Fürst dieser Welt ausgestoßen werden.
12:32b.JOH.012.032 Und ich, wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich sie alle zu mir ziehen.
12:33b.JOH.012.033 (Das sagte er aber, zu deuten, welches Todes er sterben würde.)
12:34b.JOH.012.034 Da antwortete ihm das Volk: Wir haben gehört im Gesetz, daß Christus ewiglich bleibe; und wie sagst du denn: "Des Menschen Sohn muß erhöht werden"? Wer ist dieser Menschensohn?
12:35b.JOH.012.035 Da sprach Jesus zu ihnen: Es ist das Licht noch eine kleine Zeit bei euch. Wandelt, dieweil ihr das Licht habt, daß euch die Finsternis nicht überfalle. Wer in der Finsternis wandelt, der weiß nicht, wo er hingeht.
12:36b.JOH.012.036 Glaubet an das Licht, dieweil ihr es habt, auf daß ihr des Lichtes Kinder seid.
12:37b.JOH.012.037 Solches redete Jesus und ging weg und verbarg sich vor ihnen. Und ob er wohl solche Zeichen vor ihnen getan hatte, glaubten sie doch nicht an ihn,
12:38b.JOH.012.038 auf daß erfüllet werde der Spruch des Propheten Jesaja, den er sagte: "HERR, wer glaubt unserm Predigen? Und wem ist der Arm des HERRN offenbart?"
12:39b.JOH.012.039 Darum konnten sie nicht glauben, denn Jesaja sagte abermals:
12:40b.JOH.012.040 "Er hat ihre Augen verblendet und ihr Herz verstockt, daß sie mit den Augen nicht sehen noch mit dem Herzen vernehmen und sich bekehren und ich ihnen hülfe."
12:41b.JOH.012.041 Solches sagte Jesaja, da er seine Herrlichkeit sah und redete von ihm.
12:42b.JOH.012.042 Doch auch der Obersten glaubten viele an ihn; aber um der Pharisäer willen bekannten sie's nicht, daß sie nicht in den Bann getan würden.
12:43b.JOH.012.043 Denn sie hatten lieber die Ehre bei den Menschen als die Ehre bei Gott.
12:44b.JOH.012.044 Jesus aber rief und sprach: Wer an mich glaubt, der glaubt nicht an mich, sondern an den, der mich gesandt hat.
12:45b.JOH.012.045 Und wer mich sieht, der sieht den, der mich gesandt hat.
12:46b.JOH.012.046 Ich bin gekommen in die Welt ein Licht, auf daß, wer an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibe.
12:47b.JOH.012.047 Und wer meine Worte hört, und glaubt nicht, den werde ich nicht richten; denn ich bin nicht gekommen, daß ich die Welt richte, sondern daß ich die Welt selig mache.
12:48b.JOH.012.048 Wer mich verachtet und nimmt meine Worte nicht auf, der hat schon seinen Richter; das Wort, welches ich geredet habe, das wird ihn richten am Jüngsten Tage.
12:49b.JOH.012.049 Denn ich habe nicht von mir selber geredet; sondern der Vater, der mich gesandt hat, der hat mir ein Gebot gegeben, was ich tun und reden soll.
12:50b.JOH.012.050 Und ich weiß, daß sein Gebot ist das ewige Leben. Darum, was ich rede, das rede ich also, wie mir der Vater gesagt hat.
13
13:1b.JOH.013.001 Vor dem Fest aber der Ostern, da Jesus erkannte, daß seine Zeit gekommen war, daß er aus dieser Welt ginge zum Vater: wie hatte er geliebt die Seinen, die in der Welt waren, so liebte er sie bis ans Ende.
13:2b.JOH.013.002 Und beim Abendessen, da schon der Teufel hatte dem Judas, Simons Sohn, dem Ischariot, ins Herz gegeben, daß er ihn verriete,
13:3b.JOH.013.003 und Jesus wußte, daß ihm der Vater alles in seine Hände gegeben und daß er von Gott gekommen war und zu Gott ging:
13:4b.JOH.013.004 stand er von Abendmahl auf, legte seine Kleider ab und nahm einen Schurz und umgürtete sich.
13:5b.JOH.013.005 Darnach goß er Wasser in ein Becken, hob an, den Jüngern die Füße zu waschen, und trocknete sie mit dem Schurz, damit er umgürtet war.
13:6b.JOH.013.006 Da kam er zu Simon Petrus; und der sprach zu ihm: HERR, sollst du mir meine Füße waschen?
13:7b.JOH.013.007 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Was ich tue, das weißt du jetzt nicht; du wirst es aber hernach erfahren.
13:8b.JOH.013.008 Da sprach Petrus zu ihm: Nimmermehr sollst du meine Füße waschen! Jesus antwortete ihm: Werde ich dich nicht waschen, so hast du kein Teil mit mir.
13:9b.JOH.013.009 So spricht zu ihm Simon Petrus: HERR, nicht die Füße allein, sondern auch die Hände und das Haupt!
13:10b.JOH.013.010 Spricht Jesus zu ihm: Wer gewaschen ist, bedarf nichts denn die Füße waschen, sondern er ist ganz rein. Und ihr seid rein, aber nicht alle.
13:11b.JOH.013.011 (Denn er wußte seinen Verräter wohl; darum sprach er: Ihr seid nicht alle rein.)
13:12b.JOH.013.012 Da er nun ihre Füße gewaschen hatte, nahm er wieder seine Kleider und setzte sich wieder nieder und sprach abermals zu ihnen: Wisset ihr, was ich euch getan habe?
13:13b.JOH.013.013 Ihr heißet mich Meister und HERR und saget recht daran, denn ich bin es auch.
13:14b.JOH.013.014 So nun ich, euer HERR und Meister, euch die Füße gewaschen habe, so sollt ihr auch euch untereinander die Füße waschen.
13:15b.JOH.013.015 Ein Beispiel habe ich euch gegeben, daß ihr tut, wie ich euch getan habe.
13:16b.JOH.013.016 Wahrlich, wahrlich ich sage euch: Der Knecht ist nicht größer denn sein Herr, noch der Apostel größer denn der ihn gesandt hat.
13:17b.JOH.013.017 So ihr solches wisset, selig seid ihr, so ihr's tut.
13:18b.JOH.013.018 Nicht sage ich von euch allen; ich weiß, welche ich erwählt habe. Aber es muß die Schrift erfüllt werden: "Der mein Brot isset, der tritt mich mit Füßen."
13:19b.JOH.013.019 Jetzt sage ich's euch, ehe denn es geschieht, auf daß, wenn es geschehen ist, ihr glaubt, daß ich es bin.
13:20b.JOH.013.020 Wahrlich, wahrlich ich sage euch: Wer aufnimmt, so ich jemand senden werde, der nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat.
13:21b.JOH.013.021 Da Jesus solches gesagt hatte, ward er betrübt im Geist und zeugte und sprach: Wahrlich, wahrlich ich sage euch: Einer unter euch wird mich verraten.
13:22b.JOH.013.022 Da sahen sich die Jünger untereinander an, und ward ihnen bange, von welchem er redete.
13:23b.JOH.013.023 Es war aber einer unter seinen Jüngern, der zu Tische saß an der Brust Jesu, welchen Jesus liebhatte.
13:24b.JOH.013.024 Dem winkte Simon Petrus, daß er forschen sollte, wer es wäre, von dem er sagte.
13:25b.JOH.013.025 Denn derselbe lag an der Brust Jesu, und er sprach zu ihm: HERR, wer ist's?
13:26b.JOH.013.026 Jesus antwortete: Der ist's, dem ich den Bissen eintauche und gebe. Und er tauchte den Bissen ein und gab ihn Judas, Simons Sohn, dem Ischariot.
13:27b.JOH.013.027 Und nach dem Bissen fuhr der Satan in ihn. Da sprach Jesus zu ihm: Was du tust, das tue bald!
13:28b.JOH.013.028 Das aber wußte niemand am Tische, wozu er's ihm sagte.
13:29b.JOH.013.029 Etliche meinten, dieweil Judas den Beutel hatte, Jesus spräche zu ihm: Kaufe was uns not ist auf das Fest! oder daß er den Armen etwas gäbe.
13:30b.JOH.013.030 Da er nun den Bissen genommen hatte, ging er alsbald hinaus. Und es war Nacht.
13:31b.JOH.013.031 Da er aber hinausgegangen war, spricht Jesus: Nun ist des Menschen Sohn verklärt, und Gott ist verklärt in ihm.
13:32b.JOH.013.032 Ist Gott verklärt in ihm, so wird ihn auch Gott verklären in sich selbst und wird ihn bald verklären.
13:33b.JOH.013.033 Liebe Kindlein, ich bin noch eine kleine Weile bei euch. Ihr werdet mich suchen; und wie ich zu den Juden sagte: "Wo ich hin gehe, da könnet ihr nicht hin kommen", sage ich jetzt auch euch.
13:34b.JOH.013.034 Ein neu Gebot gebe ich euch, daß ihr euch untereinander liebet, wie ich euch geliebt habe, auf daß auch ihr einander liebhabet.
13:35b.JOH.013.035 Dabei wird jedermann erkennen, daß ihr meine Jünger seid, so ihr Liebe untereinander habt.
13:36b.JOH.013.036 Spricht Simon Petrus zu ihm: HERR, wo gehst du hin? Jesus antwortete ihm: Wo ich hin gehe, kannst du mir diesmal nicht folgen; aber du wirst mir nachmals folgen.
13:37b.JOH.013.037 Petrus spricht zu ihm: HERR, warum kann ich dir diesmal nicht folgen? Ich will mein Leben für dich lassen.
13:38b.JOH.013.038 Jesus antwortete ihm: Solltest du dein Leben für mich lassen? Wahrlich, wahrlich ich sage dir: Der Hahn wird nicht krähen, bis du mich dreimal habest verleugnet.
14
14:1b.JOH.014.001 Und er sprach zu seinen Jüngern: Euer Herz erschrecke nicht! Glaubet an Gott und glaubet an mich!
14:2b.JOH.014.002 In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, so wollte ich zu euch sagen: Ich gehe hin euch die Stätte zu bereiten.
14:3b.JOH.014.003 Und wenn ich hingehe euch die Stätte zu bereiten, so will ich wiederkommen und euch zu mir nehmen, auf daß ihr seid, wo ich bin.
14:4b.JOH.014.004 Und wo ich hin gehe, das wißt ihr, und den Weg wißt ihr auch.
14:5b.JOH.014.005 Spricht zu ihm Thomas: HERR, wir wissen nicht, wo du hin gehst; und wie können wir den Weg wissen?
14:6b.JOH.014.006 Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.
14:7b.JOH.014.007 Wenn ihr mich kenntet, so kenntet ihr auch meinen Vater. Und von nun an kennt ihr ihn und habt ihn gesehen.
14:8b.JOH.014.008 Spricht zu ihm Philippus: HERR, zeige uns den Vater, so genügt uns.
14:9b.JOH.014.009 Jesus spricht zu ihm: So lange bin ich bei euch, und du kennst mich nicht, Philippus? Wer mich sieht, der sieht den Vater; wie sprichst du denn: Zeige uns den Vater?
14:10b.JOH.014.010 Glaubst du nicht, daß ich im Vater bin und der Vater in mir? Die Worte, die ich zu euch rede, die rede ich nicht von mir selbst. Der Vater aber, der in mir wohnt, der tut die Werke.
14:11b.JOH.014.011 Glaubet mir, daß ich im Vater und der Vater in mir ist; wo nicht, so glaubet mir doch um der Werke willen.
14:12b.JOH.014.012 Wahrlich, wahrlich ich sage euch: Wer an mich glaubt, der wird die Werke auch tun, die ich tue, und wird größere als diese tun; denn ich gehe zum Vater.
14:13b.JOH.014.013 Und was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun, auf daß der Vater geehrt werde in dem Sohne.
14:14b.JOH.014.014 Was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun.
14:15b.JOH.014.015 Liebet ihr mich, so haltet ihr meine Gebote.
14:16b.JOH.014.016 Und ich will den Vater bitten, und er soll euch einen andern Tröster geben, daß er bei euch bleibe ewiglich:
14:17b.JOH.014.017 den Geist der Wahrheit, welchen die Welt nicht kann empfangen; denn sie sieht ihn nicht und kennt ihn nicht. Ihr aber kennet ihn; denn er bleibt bei euch und wird in euch sein.
14:18b.JOH.014.018 Ich will euch nicht Waisen lassen; ich komme zu euch.
14:19b.JOH.014.019 Es ist noch um ein kleines, so wird mich die Welt nicht mehr sehen; ihr aber sollt mich sehen; denn ich lebe, und ihr sollt auch leben.
14:20b.JOH.014.020 An dem Tage werdet ihr erkennen, daß ich in meinem Vater bin und ihr in mir und ich in euch.
14:21b.JOH.014.021 Wer meine Gebote hat und hält sie, der ist es, der mich liebt. Wer mich aber liebt, der wird von meinem Vater geliebt werden, und ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren.
14:22b.JOH.014.022 Spricht zu ihm Judas, nicht der Ischariot: HERR, was ist's, daß du dich uns willst offenbaren und nicht der Welt?
14:23b.JOH.014.023 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wer mich liebt, der wird mein Wort halten; und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen.
14:24b.JOH.014.024 Wer mich aber nicht liebt, der hält meine Worte nicht. Und das Wort, das ihr hört, ist nicht mein, sondern des Vaters, der mich gesandt hat.
14:25b.JOH.014.025 Solches habe ich zu euch geredet, solange ich bei euch gewesen bin.
14:26b.JOH.014.026 Aber der Tröster, der Heilige Geist, welchen mein Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch erinnern alles des, das ich euch gesagt habe.
14:27b.JOH.014.027 Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht.
14:28b.JOH.014.028 Ihr habt gehört, daß ich euch gesagt habe: Ich gehe hin und komme wieder zu euch. Hättet ihr mich lieb, so würdet ihr euch freuen, daß ich gesagt habe: "Ich gehe zum Vater"; denn der Vater ist größer als ich.
14:29b.JOH.014.029 Und nun ich es euch gesagt habe, ehe denn es geschieht, auf daß, wenn es nun geschehen wird, ihr glaubet.
14:30b.JOH.014.030 Ich werde nicht mehr viel mit euch reden; denn es kommt der Fürst dieser Welt, und hat nichts an mir.
14:31b.JOH.014.031 Aber auf daß die Welt erkenne, daß ich den Vater liebe und ich also tue, wie mir der Vater geboten hat: stehet auf und lasset uns von hinnen gehen.
15
15:1b.JOH.015.001 Ich bin der rechte Weinstock, und mein Vater der Weingärtner.
15:2b.JOH.015.002 Eine jeglich Rebe an mir, die nicht Frucht bringt, wird er wegnehmen; und eine jegliche, die da Frucht bringt, wird er reinigen, daß sie mehr Frucht bringe.
15:3b.JOH.015.003 Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe.
15:4b.JOH.015.004 Bleibet in mir und ich in euch. Gleichwie die Rebe kann keine Frucht bringen von ihr selber, sie bleibe denn am Weinstock, also auch ihr nicht, ihr bleibet denn in mir.
15:5b.JOH.015.005 Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viele Frucht, denn ohne mich könnt ihr nichts tun.
15:6b.JOH.015.006 Wer nicht in mir bleibt, der wird weggeworfen wie eine Rebe und verdorrt, und man sammelt sie und wirft sie ins Feuer, und müssen brennen.
15:7b.JOH.015.007 So ihr in mir bleibet und meine Worte in euch bleiben, so werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch widerfahren.
15:8b.JOH.015.008 Darin wird mein Vater geehrt, daß ihr viel Frucht bringet und werdet meine Jünger.
15:9b.JOH.015.009 Gleichwie mich mein Vater liebt, also liebe ich euch auch. Bleibet in meiner Liebe!
15:10b.JOH.015.010 So ihr meine Gebote haltet, so bleibet ihr in meiner Liebe, gleichwie ich meines Vaters Gebote halte und bleibe in seiner Liebe.
15:11b.JOH.015.011 Solches rede ich zu euch, auf daß meine Freude in euch bleibe und eure Freude vollkommen werde.
15:12b.JOH.015.012 Das ist mein Gebot, daß ihr euch untereinander liebet, gleichwie ich euch liebe.
15:13b.JOH.015.013 Niemand hat größere Liebe denn die, daß er sein Leben läßt für seine Freunde.
15:14b.JOH.015.014 Ihr seid meine Freunde, so ihr tut, was ich euch gebiete.
15:15b.JOH.015.015 Ich sage hinfort nicht, daß ihr Knechte seid; denn ein Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Euch aber habe ich gesagt, daß ihr Freunde seid; denn alles, was ich habe von meinem Vater gehört, habe ich euch kundgetan.
15:16b.JOH.015.016 Ihr habt mich nicht erwählt; sondern ich habe euch erwählt und gesetzt, daß ihr hingeht und Frucht bringt und eure Frucht bleibe, auf daß, so ihr den Vater bittet in meinem Namen, er's euch gebe.
15:17b.JOH.015.017 Das gebiete ich euch, daß ihr euch untereinander liebet.
15:18b.JOH.015.018 So euch die Welt haßt, so wisset, daß sie mich vor euch gehaßt hat.
15:19b.JOH.015.019 Wäret ihr von der Welt, so hätte die Welt das Ihre lieb; weil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich habe euch von der Welt erwählt, darum haßt euch die Welt.
15:20b.JOH.015.020 Gedenket an mein Wort, das ich euch gesagt habe: "Der Knecht ist nicht größer denn sein Herr." Haben sie mich verfolgt, sie werden euch auch verfolgen; haben sie mein Wort gehalten, so werden sie eures auch halten.
15:21b.JOH.015.021 Aber das alles werden sie euch tun um meines Namens willen; denn sie kennen den nicht, der mich gesandt hat.
15:22b.JOH.015.022 Wenn ich nicht gekommen wäre und hätte es ihnen gesagt, so hätten sie keine Sünde; nun aber können sie nichts vorwenden, ihre Sünde zu entschuldigen.
15:23b.JOH.015.023 Wer mich haßt, der haßt auch meinen Vater.
15:24b.JOH.015.024 Hätte ich nicht die Werke getan unter ihnen, die kein anderer getan hat, so hätten sie keine Sünde; nun aber haben sie es gesehen und hassen doch beide, mich und den Vater.
15:25b.JOH.015.025 Doch daß erfüllet werde der Spruch, in ihrem Gesetz geschrieben: "Sie hassen mich ohne Ursache."
15:26b.JOH.015.026 Wenn aber der Tröster kommen wird, welchen ich euch senden werde vom Vater, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, der wird zeugen von mir.
15:27b.JOH.015.027 Und ihr werdet auch zeugen; denn ihr seid von Anfang bei mir gewesen.
16
16:1b.JOH.016.001 Solches habe ich zu euch geredet, daß ihr euch nicht ärgert.
16:2b.JOH.016.002 Sie werden euch in den Bann tun. Es kommt aber die Zeit, daß wer euch tötet, wird meinen, er tue Gott einen Dienst daran.
16:3b.JOH.016.003 Und solches werden sie euch darum tun, daß sie weder meinen Vater noch mich erkennen.
16:4b.JOH.016.004 Aber solches habe ich zu euch geredet, auf das, wenn die Zeit kommen wird, ihr daran gedenket, daß ich's euch gesagt habe. Solches aber habe ich von Anfang nicht gesagt; denn ich war bei euch.
16:5b.JOH.016.005 Nun aber gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat; und niemand unter euch fragt mich: Wo gehst du hin?
16:6b.JOH.016.006 Sondern weil ich solches geredet habe, ist euer Herz voll Trauerns geworden.
16:7b.JOH.016.007 Aber ich sage euch die Wahrheit: es ist euch gut, daß ich hingehe. Denn so ich nicht hingehe, so kommt der Tröster nicht zu euch; so ich aber gehe, will ich ihn zu euch senden.
16:8b.JOH.016.008 Und wenn derselbe kommt, wird er die Welt strafen um die Sünde und um die Gerechtigkeit und um das Gericht:
16:9b.JOH.016.009 um die Sünde, daß sie nicht glauben an mich;
16:10b.JOH.016.010 um die Gerechtigkeit aber, daß ich zum Vater gehe und ihr mich hinfort nicht sehet;
16:11b.JOH.016.011 um das Gericht, daß der Fürst dieser Welt gerichtet ist.
16:12b.JOH.016.012 Ich habe euch noch viel zu sagen; aber ihr könnt es jetzt nicht tragen.
16:13b.JOH.016.013 Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, der wird euch in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht von sich selber reden; sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkünden.
16:14b.JOH.016.014 Derselbe wird mich verklären; denn von dem Meinen wird er's nehmen und euch verkündigen.
16:15b.JOH.016.015 Alles, was der Vater hat, das ist mein. Darum habe ich euch gesagt: Er wird's von dem Meinen nehmen und euch verkündigen.
16:16b.JOH.016.016 ber ein kleines, so werdet ihr mich nicht sehen; und aber über ein kleines, so werdet ihr mich sehen, denn ich gehe zum Vater.
16:17b.JOH.016.017 Da sprachen etliche unter seinen Jüngern untereinander: Was ist das, was er sagt zu uns: Über ein kleines, so werdet ihr mich nicht sehen; und aber über ein kleines, so werdet ihr mich sehen, und: Ich gehe zum Vater?
16:18b.JOH.016.018 Da sprachen sie: Was ist das, was er sagt: Über ein kleines? Wir wissen nicht, was er redet.
16:19b.JOH.016.019 Da merkte Jesus, daß sie ihn fragen wollten, und sprach zu ihnen: Davon fragt ihr untereinander, daß ich gesagt habe: Über ein kleines, so werdet ihr mich nicht sehen; und aber über ein kleines, so werdet ihr mich sehen.
16:20b.JOH.016.020 Wahrlich, wahrlich ich sage euch: Ihr werdet weinen und heulen, aber die Welt wird sich freuen; ihr werdet traurig sein; doch eure Traurigkeit soll in Freude verkehrt werden.
16:21b.JOH.016.021 Ein Weib, wenn sie gebiert, so hat sie Traurigkeit; denn ihre Stunde ist gekommen. Wenn sie aber das Kind geboren hat, denkt sie nicht mehr an die Angst um der Freude willen, daß der Mensch zur Welt geboren ist.
16:22b.JOH.016.022 Und ihr habt auch nun Traurigkeit; aber ich will euch wiedersehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen.
16:23b.JOH.016.023 Und an dem Tage werdet ihr mich nichts fragen. Wahrlich, wahrlich ich sage euch: So ihr den Vater etwas bitten werdet in meinem Namen, so wird er's euch geben.
16:24b.JOH.016.024 Bisher habt ihr nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, so werdet ihr nehmen, daß eure Freude vollkommen sei.
16:25b.JOH.016.025 Solches habe ich zu euch durch Sprichwörter geredet. Es kommt aber die Zeit, daß ich nicht mehr durch Sprichwörter mit euch reden werde, sondern euch frei heraus verkündigen von meinem Vater.
16:26b.JOH.016.026 An dem Tage werdet ihr bitten in meinem Namen. Und ich sage euch nicht, daß ich den Vater für euch bitten will;
16:27b.JOH.016.027 denn er selbst, der Vater, hat euch lieb, darum daß ihr mich liebet und glaubet, daß ich von Gott ausgegangen bin.
16:28b.JOH.016.028 Ich bin vom Vater ausgegangen und gekommen in die Welt; wiederum verlasse ich die Welt und gehe zum Vater.
16:29b.JOH.016.029 Sprechen zu ihm seine Jünger: Siehe, nun redest du frei heraus und sagst kein Sprichwort.
16:30b.JOH.016.030 Nun wissen wir, daß du alle Dinge weißt und bedarfst nicht, daß dich jemand frage; darum glauben wir, daß du von Gott ausgegangen bist.
16:31b.JOH.016.031 Jesus antwortete ihnen: Jetzt glaubet ihr?
16:32b.JOH.016.032 Siehe, es kommt die Stunde und ist schon gekommen, daß ihr zerstreut werdet, ein jeglicher in das Seine, und mich allein lasset. Aber ich bin nicht allein, denn der Vater ist bei mir.
16:33b.JOH.016.033 Solches habe ich mit euch geredet, daß ihr in mir Frieden habet. In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.
17
17:1b.JOH.017.001 Solches redete Jesus, und hob seine Augen auf gen Himmel und sprach: Vater, die Stunde ist da, daß du deinen Sohn verklärest, auf daß dich dein Sohn auch verkläre;
17:2b.JOH.017.002 Gleichwie du ihm Macht hast gegeben über alles Fleisch, auf daß er das ewige Leben gebe allen, die du ihm gegeben hast.
17:3b.JOH.017.003 Das ist aber das ewige Leben, daß sie dich, der du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesum Christum, erkennen.
17:4b.JOH.017.004 Ich habe dich verklärt auf Erden und vollendet das Werk, das du mir gegeben hast, daß ich es tun sollte.
17:5b.JOH.017.005 Und nun verkläre mich du, Vater, bei dir selbst mit der Klarheit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war.
17:6b.JOH.017.006 Ich habe deinen Namen offenbart den Menschen, die du mir von der Welt gegeben hast. Sie waren dein, und du hast sie mir gegeben, und sie haben dein Wort behalten.
17:7b.JOH.017.007 Nun wissen sie, daß alles, was du mir gegeben hast, sei von dir.
17:8b.JOH.017.008 Denn die Worte, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben; und sie haben's angenommen und erkannt wahrhaftig, daß sie glauben, daß du mich gesandt hast.
17:9b.JOH.017.009 Ich bitte für sie und bitte nicht für die Welt, sondern für die, die du mir gegeben hast; denn sie sind dein.
17:10b.JOH.017.010 Und alles, was mein ist, das ist dein, und was dein ist, das ist mein; und ich bin in ihnen verklärt.
17:11b.JOH.017.011 Und ich bin nicht mehr in der Welt; sie aber sind in der Welt, und ich komme zu dir. Heiliger Vater, erhalte sie in deinem Namen, die du mir gegeben hast, daß sie eins seien gleichwie wir.
17:12b.JOH.017.012 Dieweil ich bei ihnen war in der Welt, erhielt ich sie in deinem Namen. Die du mir gegeben hast, die habe ich bewahrt, und ist keiner von ihnen verloren, als das verlorene Kind, daß die Schrift erfüllet würde.
17:13b.JOH.017.013 Nun aber komme ich zu dir und rede solches in der Welt, auf daß sie in ihnen haben meine Freude vollkommen.
17:14b.JOH.017.014 Ich habe ihnen gegeben dein Wort, und die Welt haßte sie; denn sie sind nicht von der Welt, wie ich denn auch nicht von der Welt bin.
17:15b.JOH.017.015 Ich bitte nicht, daß du sie von der Welt nehmest, sondern daß du sie bewahrst vor dem Übel.
17:16b.JOH.017.016 Sie sind nicht von der Welt, gleichwie ich auch nicht von der Welt bin.
17:17b.JOH.017.017 Heilige sie in deiner Wahrheit; dein Wort ist die Wahrheit.
17:18b.JOH.017.018 Gleichwie du mich gesandt hast in die Welt, so sende ich sie auch in die Welt.
17:19b.JOH.017.019 Ich heilige mich selbst für sie, auf daß auch sie geheiligt seien in der Wahrheit.
17:20b.JOH.017.020 Ich bitte aber nicht allein für sie, sondern auch für die, so durch ihr Wort an mich glauben werden,
17:21b.JOH.017.021 auf daß sie alle eins seien, gleichwie du, Vater, in mir und ich in dir; daß auch sie in uns eins seien, auf daß die Welt glaube, du habest mich gesandt.
17:22b.JOH.017.022 Und ich habe ihnen gegeben die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, daß sie eins seien, gleichwie wir eins sind,
17:23b.JOH.017.023 ich in ihnen und du in mir, auf daß sie vollkommen seien in eins und die Welt erkenne, daß du mich gesandt hast und liebest sie, gleichwie du mich liebst.
17:24b.JOH.017.024 Vater, ich will, daß, wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast, daß sie meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast; denn du hast mich geliebt, ehe denn die Welt gegründet ward.
17:25b.JOH.017.025 Gerechter Vater, die Welt kennt dich nicht; ich aber kenne dich, und diese erkennen, daß du mich gesandt hast.
17:26b.JOH.017.026 Und ich habe ihnen deinen Namen kundgetan und will ihn kundtun, auf daß die Liebe, damit du mich liebst, sei in ihnen und ich in ihnen.
18
18:1b.JOH.018.001 Da Jesus solches geredet hatte, ging er hinaus mit seinen Jüngern über den Bach Kidron; da war ein Garten, darein ging Jesus und seine Jünger.
18:2b.JOH.018.002 Judas aber, der ihn verriet, wußte den Ort auch; denn Jesus versammelte sich oft daselbst mit seinen Jüngern.
18:3b.JOH.018.003 Da nun Judas zu sich hatte genommen die Schar und der Hohenpriester und Pharisäer Diener, kommt er dahin mit Fackeln, Lampen und mit Waffen.
18:4b.JOH.018.004 Wie nun Jesus wußte alles, was ihm begegnen sollte, ging er hinaus und sprach zu ihnen: Wen suchet ihr?
18:5b.JOH.018.005 Sie antworteten ihm: Jesum von Nazareth. Jesus spricht zu ihnen: Ich bin's! Judas aber, der ihn verriet, stand auch bei ihnen.
18:6b.JOH.018.006 Als nun Jesus zu ihnen sprach: Ich bin's! wichen sie zurück und fielen zu Boden.
18:7b.JOH.018.007 Da fragte er sie abermals: Wen suchet ihr? Sie sprachen: Jesum von Nazareth.
18:8b.JOH.018.008 Jesus antwortete: Ich habe euch gesagt, daß ich es sei. Suchet ihr denn mich, so lasset diese gehen!
18:9b.JOH.018.009 (Auf daß das Wort erfüllet würde, welches er sagte: Ich habe der keinen verloren, die du mir gegeben hast.)
18:10b.JOH.018.010 Da hatte Simon Petrus ein Schwert und zog es aus und schlug nach des Hohenpriesters Knecht und hieb ihm sein rechtes Ohr ab. Und der Knecht hieß Malchus.
18:11b.JOH.018.011 Da sprach Jesus zu Petrus: Stecke dein Schwert in die Scheide! Soll ich den Kelch nicht trinken, den mir mein Vater gegeben hat?
18:12b.JOH.018.012 Die Schar aber und der Oberhauptmann und die Diener der Juden nahmen Jesum und banden ihn
18:13b.JOH.018.013 und führten ihn zuerst zu Hannas; der war des Kaiphas Schwiegervater, welcher des Jahres Hoherpriester war.
18:14b.JOH.018.014 Es war aber Kaiphas, der den Juden riet, es wäre gut, daß EIN Mensch würde umgebracht für das Volk.
18:15b.JOH.018.015 Simon Petrus aber folgte Jesu nach und ein anderer Jünger. Dieser Jünger war den Hohenpriestern bekannt und ging mit Jesu hinein in des Hohenpriesters Palast.
18:16b.JOH.018.016 Petrus aber stand draußen vor der Tür. Da ging der andere Jünger, der dem Hohenpriester bekannt war, hinaus und redete mit der Türhüterin und führte Petrus hinein.
18:17b.JOH.018.017 Da sprach die Magd, die Türhüterin, zu Petrus: Bist du nicht auch dieses Menschen Jünger einer? Er sprach: Ich bin's nicht.
18:18b.JOH.018.018 Es standen aber die Knechte und Diener und hatten ein Kohlenfeuer gemacht, denn es war kalt, und wärmten sich. Petrus aber stand bei ihnen und wärmte sich.
18:19b.JOH.018.019 Aber der Hohepriester fragte Jesum um seine Jünger und um seine Lehre.
18:20b.JOH.018.020 Jesus antwortete ihm: Ich habe frei öffentlich geredet vor der Welt; ich habe allezeit gelehrt in der Schule und in dem Tempel, da alle Juden zusammenkommen, und habe nichts im Verborgenen geredet.
18:21b.JOH.018.021 Was fragst du mich darum? Frage die darum, die gehört haben, was ich zu ihnen geredet habe; siehe, diese wissen, was ich gesagt habe.
18:22b.JOH.018.022 Als er aber solches redete, gab der Diener einer, die dabeistanden, Jesu einen Backenstreich und sprach: Sollst du dem Hohenpriester also antworten?
18:23b.JOH.018.023 Jesus antwortete: Habe ich übel geredet, so beweise es, daß es böse sei; habe ich aber recht geredet, was schlägst du mich?
18:24b.JOH.018.024 Und Hannas sandte ihn gebunden zu dem Hohenpriester Kaiphas.
18:25b.JOH.018.025 Simon Petrus aber stand und wärmte sich. Da sprachen sie zu ihm: Bist du nicht seiner Jünger einer? Er leugnete aber und sprach: Ich bin's nicht!
18:26b.JOH.018.026 Spricht einer von des Hohenpriesters Knechten, ein Gefreunder des, dem Petrus ein Ohr abgehauen hatte: Sah ich dich nicht im Garten bei Ihm?
18:27b.JOH.018.027 Da leugnete Petrus abermals, und alsbald krähte der Hahn.
18:28b.JOH.018.028 Da führten sie Jesum von Kaiphas vor das Richthaus. Und es war früh; und sie gingen nicht in das Richthaus, auf das sie nicht unrein würden, sondern Ostern essen möchten.
18:29b.JOH.018.029 Da ging Pilatus zu ihnen heraus und sprach: Was bringet ihr für Klage wider diesen Menschen?
18:30b.JOH.018.030 Sie antworteten und sprachen zu ihm: Wäre dieser nicht ein Übeltäter, wir hätten dir ihn nicht überantwortet.
18:31b.JOH.018.031 Da sprach Pilatus zu ihnen: So nehmet ihr ihn hin und richtet ihn nach eurem Gesetz. Da sprachen die Juden zu ihm: Wir dürfen niemand töten.
18:32b.JOH.018.032 (Auf das erfüllet würde das Wort Jesu, welches er sagte, da er deutete, welches Todes er sterben würde.)
18:33b.JOH.018.033 Da ging Pilatus wieder hinein ins Richthaus und rief Jesus und sprach zu ihm: Bist du der Juden König?
18:34b.JOH.018.034 Jesus antwortete: Redest du das von dir selbst, oder haben's dir andere von mir gesagt?
18:35b.JOH.018.035 Pilatus antwortete: Bin ich ein Jude? Dein Volk und die Hohenpriester haben dich mir überantwortet. Was hast du getan?
18:36b.JOH.018.036 Jesus antwortete: Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Wäre mein Reich von dieser Welt, meine Diener würden kämpfen, daß ich den Juden nicht überantwortet würde; aber nun ist mein Reich nicht von dannen.
18:37b.JOH.018.037 Da sprach Pilatus zu ihm: So bist du dennoch ein König? Jesus antwortete: Du sagst es, ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und in die Welt gekommen, daß ich für die Wahrheit zeugen soll. Wer aus der Wahrheit ist, der höret meine Stimme.
18:38b.JOH.018.038 Spricht Pilatus zu ihm: Was ist Wahrheit? Und da er das gesagt, ging er wieder hinaus zu den Juden und spricht zu ihnen: Ich finde keine Schuld an ihm.
18:39b.JOH.018.039 Ihr habt aber eine Gewohnheit, daß ich euch einen auf Ostern losgebe; wollt ihr nun, daß ich euch der Juden König losgebe?
18:40b.JOH.018.040 Da schrieen sie wieder allesamt und sprachen: Nicht diesen, sondern Barabbas! Barabbas aber war ein Mörder.
19
19:1b.JOH.019.001 Da nahm Pilatus Jesum und geißelte ihn.
19:2b.JOH.019.002 Und die Kriegsknechte flochten eine Krone von Dornen und setzten sie auf sein Haupt und legten ihm ein Purpurkleid an
19:3b.JOH.019.003 und sprachen: Sei gegrüßt, lieber Judenkönig! und gaben ihm Backenstreiche.
19:4b.JOH.019.004 Da ging Pilatus wieder heraus und sprach zu ihnen: Sehet, ich führe ihn heraus zu euch, daß ihr erkennt, daß ich keine Schuld an ihm finde.
19:5b.JOH.019.005 Also ging Jesus heraus und trug eine Dornenkrone und ein Purpurkleid. Und er spricht zu ihnen: Sehet, welch ein Mensch!
19:6b.JOH.019.006 Da ihn die Hohenpriester und die Diener sahen, schrieen sie und sprachen: Kreuzige! Kreuzige! Pilatus spricht zu ihnen: Nehmt ihr ihn hin und kreuzigt ihn; denn ich finde keine Schuld an ihm.
19:7b.JOH.019.007 Die Juden antworteten ihm: Wir haben ein Gesetz, und nach dem Gesetz soll er sterben; denn er hat sich selbst zu Gottes Sohn gemacht.
19:8b.JOH.019.008 Da Pilatus das Wort hörte, fürchtete er sich noch mehr
19:9b.JOH.019.009 und ging wieder hinein in das Richthaus und spricht zu Jesus: Woher bist du? Aber Jesus gab ihm keine Antwort.
19:10b.JOH.019.010 Da sprach Pilatus zu ihm: Redest du nicht mit mir? Weißt du nicht, daß ich Macht habe, dich zu kreuzigen, und Macht habe, dich loszugeben?
19:11b.JOH.019.011 Jesus antwortete: Du hättest keine Macht über mich, wenn sie dir nicht wäre von obenherab gegeben; darum, der mich dir überantwortet hat, der hat größere Sünde.
19:12b.JOH.019.012 Von da an trachtete Pilatus, wie er ihn losließe. Die Juden aber schrieen und sprachen: Läßt du diesen los, so bist du des Kaisers Freund nicht; denn wer sich zum König macht, der ist wider den Kaiser.
19:13b.JOH.019.013 Da Pilatus das Wort hörte, führte er Jesum heraus und setzte sich auf den Richtstuhl an der Stätte, die da heißt Hochpflaster, auf hebräisch aber Gabbatha.
19:14b.JOH.019.014 Es war aber der Rüsttag auf Ostern, um die sechste Stunde. Und er spricht zu den Juden: Sehet, das ist euer König!
19:15b.JOH.019.015 Sie schrieen aber: Weg, weg mit dem! kreuzige ihn! Spricht Pilatus zu ihnen: Soll ich euren König kreuzigen? Die Hohenpriester antworteten: Wir haben keinen König denn den Kaiser.
19:16b.JOH.019.016 Da überantwortete er ihn, daß er gekreuzigt würde. Sie nahmen aber Jesum und führten ihn ab.
19:17b.JOH.019.017 Und er trug sein Kreuz und ging hinaus zur Stätte, die da heißt Schädelstätte, welche heißt auf hebräisch Golgatha.
19:18b.JOH.019.018 Allda kreuzigten sie ihn und mit ihm zwei andere zu beiden Seiten, Jesum aber mitteninne.
19:19b.JOH.019.019 Pilatus aber schrieb eine Überschrift und setzte sie auf das Kreuz; und war geschrieben: Jesus von Nazareth, der Juden König.
19:20b.JOH.019.020 Diese Überschrift lasen viele Juden; denn die Stätte war nahe bei der Stadt, da Jesus gekreuzigt ward. Und es war geschrieben in hebräischer, griechischer und lateinischer Sprache.
19:21b.JOH.019.021 Da sprachen die Hohenpriester der Juden zu Pilatus: Schreibe nicht: "Der Juden König", sondern daß er gesagt habe: Ich bin der Juden König.
19:22b.JOH.019.022 Pilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, das habe ich geschrieben.
19:23b.JOH.019.023 Die Kriegsknechte aber, da sie Jesus gekreuzigt hatten, nahmen sie seine Kleider und machten vier Teile, einem jeglichen Kriegsknecht ein Teil, dazu auch den Rock. Der Rock aber war ungenäht, von obenan gewirkt durch und durch.
19:24b.JOH.019.024 Da sprachen sie untereinander: Laßt uns den nicht zerteilen, sondern darum losen, wes er sein soll. (Auf daß erfüllet würde die Schrift, die da sagt: "Sie haben meine Kleider unter sich geteilt und haben über meinen Rock das Los geworfen.") Solches taten die Kriegsknechte.
19:25b.JOH.019.025 Es stand aber bei dem Kreuze Jesu seine Mutter und seiner Mutter Schwester, Maria, des Kleophas Weib, und Maria Magdalena.
19:26b.JOH.019.026 Da nun Jesus seine Mutter sah und den Jünger dabeistehen, den er liebhatte, spricht er zu seiner Mutter: Weib, siehe, das ist dein Sohn!
19:27b.JOH.019.027 Darnach spricht er zu dem Jünger: Siehe, das ist deine Mutter! Und von der Stunde an nahm sie der Jünger zu sich.
19:28b.JOH.019.028 Darnach, da Jesus wußte, daß schon alles vollbracht war, daß die Schrift erfüllt würde, spricht er: Mich dürstet!
19:29b.JOH.019.029 Da stand ein Gefäß voll Essig. Sie aber füllten einen Schwamm mit Essig und legten ihn um einen Isop und hielten es ihm dar zum Munde.
19:30b.JOH.019.030 Da nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht! und neigte das Haupt und verschied.
19:31b.JOH.019.031 Die Juden aber, dieweil es der Rüsttag war, daß nicht die Leichname am Kreuze blieben den Sabbat über (denn desselben Sabbats Tag war groß), baten sie Pilatus, daß ihre Beine gebrochen und sie abgenommen würden.
19:32b.JOH.019.032 Da kamen die Kriegsknechte und brachen dem ersten die Beine und dem andern, der mit ihm gekreuzigt war.
19:33b.JOH.019.033 Als sie aber zu Jesus kamen und sahen, daß er schon gestorben war, brachen sie ihm die Beine nicht;
19:34b.JOH.019.034 sondern der Kriegsknechte einer öffnete seine Seite mit einem Speer, und alsbald ging Blut und Wasser heraus.
19:35b.JOH.019.035 Und der das gesehen hat, der hat es bezeugt, und sein Zeugnis ist wahr; und dieser weiß, daß er die Wahrheit sagt, auf daß auch ihr glaubet.
19:36b.JOH.019.036 Denn solches ist geschehen, daß die Schrift erfüllet würde: "Ihr sollt ihm kein Bein zerbrechen."
19:37b.JOH.019.037 Und abermals spricht eine andere Schrift: "Sie werden sehen, in welchen sie gestochen haben."
19:38b.JOH.019.038 Darnach bat den Pilatus Joseph von Arimathia, der ein Jünger Jesu war, doch heimlich aus Furcht vor den Juden, daß er möchte abnehmen den Leichnam Jesu. Und Pilatus erlaubte es. Da kam er und nahm den Leichnam Jesu herab.
19:39b.JOH.019.039 Es kam aber auch Nikodemus, der vormals in der Nacht zu Jesus gekommen war, und brachte Myrrhe und Aloe untereinander bei hundert Pfunden.
19:40b.JOH.019.040 Da nahmen sie den Leichnam Jesu und banden ihn in leinene Tücher mit den Spezereien, wie die Juden pflegen zu begraben.
19:41b.JOH.019.041 Es war aber an der Stätte, da er gekreuzigt ward, ein Garten, und im Garten ein neues Grab, in welches niemand je gelegt war.
19:42b.JOH.019.042 Dahin legten sie Jesum um des Rüsttages willen der Juden, dieweil das Grab nahe war.
20
20:1b.JOH.020.001 Am ersten Tag der Woche kommt Maria Magdalena früh, da es noch finster war, zum Grabe und sieht, daß der Stein vom Grabe hinweg war.
20:2b.JOH.020.002 Da läuft sie und kommt zu Simon Petrus und zu dem andern Jünger, welchen Jesus liebhatte, und spricht zu ihnen: Sie haben den HERRN weggenommen aus dem Grabe, und wir wissen nicht, wo sie ihn hin gelegt haben.
20:3b.JOH.020.003 Da ging Petrus und der andere Jünger hinaus zum Grabe.
20:4b.JOH.020.004 Es liefen aber die zwei miteinander, und der andere Jünger lief zuvor, schneller denn Petrus, und kam am ersten zum Grabe,
20:5b.JOH.020.005 guckt hinein und sieht die Leinen gelegt; er ging aber nicht hinein.
20:6b.JOH.020.006 Da kam Simon Petrus ihm nach und ging hinein in das Grab und sieht die Leinen gelegt,
20:7b.JOH.020.007 und das Schweißtuch, das Jesus um das Haupt gebunden war, nicht zu den Leinen gelegt, sondern beiseits, zusammengewickelt, an einen besonderen Ort.
20:8b.JOH.020.008 Da ging auch der andere Jünger hinein, der am ersten zum Grabe kam, und er sah und glaubte es.
20:9b.JOH.020.009 Denn sie wußten die Schrift noch nicht, daß er von den Toten auferstehen müßte.
20:10b.JOH.020.010 Da gingen die Jünger wieder heim.
20:11b.JOH.020.011 Maria aber stand vor dem Grabe und weinte draußen. Als sie nun weinte, guckte sie ins Grab
20:12b.JOH.020.012 und sieht zwei Engel in weißen Kleidern sitzen, einen zu den Häupten und eine zu den Füßen, da sie den Leichnam hin gelegt hatten.
20:13b.JOH.020.013 Und diese sprachen zu ihr: Weib, was weinest du? Sie spricht zu ihnen: Sie haben meinen HERRN weggenommen, und ich weiß nicht, wo sie ihn hin gelegt haben.
20:14b.JOH.020.014 Und als sie das sagte, wandte sie sich zurück und sieht Jesus stehen und weiß nicht, daß es Jesus ist.
20:15b.JOH.020.015 Spricht er zu ihr: Weib, was weinest du? Wen suchest du? Sie meint es sei der Gärtner, und spricht zu ihm: Herr, hast du ihn weggetragen, so sage mir, wo hast du ihn hin gelegt, so will ich ihn holen.
20:16b.JOH.020.016 Spricht Jesus zu ihr: Maria! Da wandte sie sich um und spricht zu ihm: Rabbuni (das heißt: Meister)!
20:17b.JOH.020.017 Spricht Jesus zu ihr: Rühre mich nicht an! denn ich bin noch nicht aufgefahren zu meinem Vater. Gehe aber hin zu meinen Brüdern und sage ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott.
20:18b.JOH.020.018 Maria Magdalena kommt und verkündigt den Jüngern: Ich habe den HERRN gesehen, und solches hat er zu mir gesagt.
20:19b.JOH.020.019 Am Abend aber desselben ersten Tages der Woche, da die Jünger versammelt und die Türen verschlossen waren aus Furcht vor den Juden, kam Jesus und trat mitten ein und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch!
20:20b.JOH.020.020 Und als er das gesagt hatte, zeigte er ihnen die Hände und seine Seite. Da wurden die Jünger froh, daß sie den HERRN sahen.
20:21b.JOH.020.021 Da sprach Jesus abermals zu ihnen: Friede sei mit euch! Gleichwie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.
20:22b.JOH.020.022 Und da er das gesagt hatte, blies er sie an und spricht zu ihnen: Nehmet hin den Heiligen Geist!
20:23b.JOH.020.023 Welchen ihr die Sünden erlasset, denen sind sie erlassen; und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten.
20:24b.JOH.020.024 Thomas aber, der Zwölf einer, der da heißt Zwilling, war nicht bei ihnen, da Jesus kam.
20:25b.JOH.020.025 Da sagten die andern Jünger zu ihm: Wir haben den HERRN gesehen. Er aber sprach zu ihnen: Es sei denn, daß ich in seinen Händen sehe die Nägelmale und lege meinen Finger in die Nägelmale und lege meine Hand in seine Seite, will ich's nicht glauben.
20:26b.JOH.020.026 Und über acht Tage waren abermals seine Jünger drinnen und Thomas mit ihnen. Kommt Jesus, da die Türen verschlossen waren, und tritt mitten ein und spricht: Friede sei mit euch!
20:27b.JOH.020.027 Darnach spricht er zu Thomas: Reiche deinen Finger her und siehe meine Hände, und reiche dein Hand her und lege sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig!
20:28b.JOH.020.028 Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein HERR und mein Gott!
20:29b.JOH.020.029 Spricht Jesus zu ihm: Dieweil du mich gesehen hast, Thomas, glaubest du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!
20:30b.JOH.020.030 Auch viele andere Zeichen tat Jesus vor seinen Jüngern, die nicht geschrieben sind in diesem Buch.
20:31b.JOH.020.031 Diese aber sind geschrieben, daß ihr glaubet, Jesus sei Christus, der Sohn Gottes, und daß ihr durch den Glauben das Leben habet in seinem Namen.
21
21:1b.JOH.021.001 Darnach offenbarte sich Jesus abermals den Jüngern an den Meer bei Tiberias. Er offenbarte sich aber also:
21:2b.JOH.021.002 Es waren beieinander Simon Petrus und Thomas, der da heißt Zwilling, und Nathanael von Kana in Galiläa und die Söhne des Zebedäus und andere zwei seiner Jünger.
21:3b.JOH.021.003 Spricht Simon Petrus zu ihnen: Ich will hin fischen gehen. Sie sprechen zu ihm: So wollen wir mit dir gehen. Sie gingen hinaus und traten in das Schiff alsobald; und in derselben Nacht fingen sie nichts.
21:4b.JOH.021.004 Da aber jetzt Morgen war, stand Jesus am Ufer; aber die Jünger wußten nicht, daß es Jesus war.
21:5b.JOH.021.005 Spricht Jesus zu ihnen: Kinder, habt ihr nichts zu essen? Sie antworteten ihm: Nein.
21:6b.JOH.021.006 Er aber sprach zu ihnen: Werfet das Netz zur Rechten des Schiffs, so werdet ihr finden. Da warfen sie, und konnten's nicht mehr ziehen vor der Menge der Fische.
21:7b.JOH.021.007 Da spricht der Jünger, welchen Jesus liebhatte, zu Petrus: Es ist der HERR! Da Simon Petrus hörte, daß es der HERR war, gürtete er das Hemd um sich (denn er war nackt) und warf sich ins Meer.
21:8b.JOH.021.008 Die andern Jünger aber kamen auf dem Schiff (denn sie waren nicht ferne vom Lande, sondern bei zweihundert Ellen) und zogen das Netz mit den Fischen.
21:9b.JOH.021.009 Als sie nun austraten auf das Land, sahen sie Kohlen gelegt und Fische darauf und Brot.
21:10b.JOH.021.010 Spricht Jesus zu ihnen: Bringt her von den Fischen, die ihr jetzt gefangen habt!
21:11b.JOH.021.011 Simon Petrus stieg hinein und zog das Netz auf das Land voll großer Fische, hundert und dreiundfünfzig. Und wiewohl ihrer so viel waren, zerriß das Netz nicht.
21:12b.JOH.021.012 Spricht Jesus zu ihnen: Kommt und haltet das Mahl! Niemand aber unter den Jüngern wagte, ihn zu fragen: Wer bist du? denn sie wußten, daß es der HERR war.
21:13b.JOH.021.013 Da kommt Jesus und nimmt das Brot und gibt es ihnen, desgleichen auch die Fische.
21:14b.JOH.021.014 Das ist nun das drittemal, daß Jesus offenbart war seinen Jüngern, nachdem er von den Toten auferstanden war.
21:15b.JOH.021.015 Da sie nun das Mahl gehalten hatten, spricht Jesus zu Simon Petrus: Simon Jona, hast du mich lieber, denn mich diese haben? Er spricht zu ihm: Ja, HERR, du weißt, daß ich dich liebhabe. Spricht er zu ihm: Weide meine Lämmer!
21:16b.JOH.021.016 Spricht er wider zum andernmal zu ihm: Simon Jona, hast du mich lieb? Er spricht zu ihm: Ja, HERR, du weißt, daß ich dich liebhabe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Schafe!
21:17b.JOH.021.017 Spricht er zum drittenmal zu ihm: Simon Jona, hast du mich lieb? Petrus ward traurig, daß er zum drittenmal zu ihm sagte: Hast du mich lieb? und sprach zu ihm: HERR, du weißt alle Dinge, du weißt, daß ich dich liebhabe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Schafe!
21:18b.JOH.021.018 Wahrlich, wahrlich ich sage dir: Da du jünger warst, gürtetest du dich selbst und wandeltest, wohin du wolltest; wenn du aber alt wirst, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten und führen, wohin du nicht willst.
21:19b.JOH.021.019 Das sagte er aber, zu deuten, mit welchem Tode er Gott preisen würde. Und da er das gesagt, spricht er zu ihm: Folge mir nach!
21:20b.JOH.021.020 Petrus aber wandte sich um und sah den Jünger folgen, welchen Jesus liebhatte, der auch an seiner Brust beim Abendessen gelegen war und gesagt hatte: HERR, wer ist's, der dich verrät?
21:21b.JOH.021.021 Da Petrus diesen sah, spricht er zu Jesus: HERR, was soll aber dieser?
21:22b.JOH.021.022 Jesus spricht zu ihm: So ich will, daß er bleibe, bis ich komme, was geht es dich an? Folge du mir nach!
21:23b.JOH.021.023 Da ging eine Rede aus unter den Brüdern: Dieser Jünger stirbt nicht. Und Jesus sprach nicht zu ihm: "Er stirbt nicht", sondern: "So ich will, daß er bleibe, bis ich komme, was geht es dich an?"
21:24b.JOH.021.024 Dies ist der Jünger, der von diesen Dingen zeugt und dies geschrieben hat; und wir wissen, daß sein Zeugnis wahrhaftig ist.
21:25b.JOH.021.025 Es sind auch viele andere Dinge, die Jesus getan hat; so sie aber sollten eins nach dem andern geschrieben werden, achte ich, die Welt würde die Bücher nicht fassen, die zu schreiben wären.
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- TextGrid Repository (2025). German Collection. John (German). John (German). Multilingual Parallel Bible Corpus. Multilingual Bible Corpus. https://hdl.handle.net/21.11113/0000-0016-9A6F-F