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Heil Schĭrās! Nein, keine Lage
Lässt mit seiner sich vergleichen;
Lass, o Gott, von dir beschirmet,
Nie ein Unglück es erreichen!
Unser Rōknăbād vernehme
Hundertmal ein: »Gott bewahre!«
Denn sein süsses Wasser schenket
Chiser's lange Lebensjahre.
Wo Dscha'fērăbād sich scheidet
Von Mossella's Blumentriften,
Kömmt sein Nordwind hergezogen,
Reich durchwürzt mit Ambradüften.
Komm denn nach Schĭrās und bitte
Um des heil'gen Geistes Segen
Jene, die in seinen Mauern
Jeden Zweig des Wissens pflegen!
Selbst Ägyptens Kandelzucker
Waget Niemand hier zu nennen,
Ohne dass die süssen Schönen
Wider ihn in Zorn entbrennen.
Hast du irgend eine Kunde,
Morgenwind, mir zuzuwehen
Von dem schönen, trunk'nen Luli
Und von seinem Wohlergehen?
Wecke doch aus diesem Schlummer
Nimmer mich um Gotteswillen,
Denn Sein Traumgebild entzückt mich
In der Einsamkeit, der stillen!
Wenn nun jener süsse Knabe
Auch mein eig'nes Blut vergösse,
Herz, so lass es ruhig fliessen,
Als ob Muttermilch nur flösse!
Wenn, Hafis, vor Seiner Trennung
Du dich fürchtetest, so sage,
Wesshalb du ihm nimmer danktest
Für der Liebe frohe Tage?