Es ist kein ampt so gering / es ist henckens werdt.

Es ist ein junger brůder gewesen in einem reichen Feldcloster / dem hat man nit ein gůte kappen wöllen kauffen. Nun hat er gedacht / wie er möchte darzů kommen / vnd begert vom Apt / man wolt jhm jrgent ein ampt einthůn. Der Apt gibt mit rath des Procura tors jm die kese zuuerwalten / vnnd auff den tisch zubringen. Der Procurator aber zelet jm die kese allzeit zů / vnd er můste sie auch widerumb also gezelt herauß geben. Das ampt ist gering / er ist keßmeyster / es wil nit vil kappen gebē. Auff gelegne zeit macht er ein groß feur / vnnd henckt einn kessel mit wasser daruber / vnd schütt die kese darein / vnd seudt die butter vnnd das feyßt herauß / verkaufft es / und laßt jm auch ein hübsche kappen machen. [171] Der Procurator vnd der Apt kundten disen nit schelten vmb sein vntrew /Er hett die kese herauß gethon / wie er sie entpfangen het / vnd keinen veruntrewet: Da fragt man jn wie er doch zur gůten kappen kommen sei / vnd des geringen ampts souil genossen: Er antwort / Es ist kein ampt so klein / Es ist henckens werdt / es geht on nutz nit ab / mann geneußt sein ja etwas.


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TextGrid Repository (2026). Egenolff, Christian. Es ist kein ampt so gering - es ist henckens werdt. Corpus of Literary Modernity (Kolimo+). https://hdl.handle.net/21.11113/4jbq8.0