666. Das Wurzacher Stadtwappen.

Mündlich.


Im Wurzacher Stadtwappen sieht man einen Krebs. Wie der hineingekommen, weiß man nicht. Aber das ist wahr: alles Gethier zog fort von Wurzach und mochte es nur gar nicht leiden. Da verirrte sich mal ein Krebs und kam wieder nach Wurzach. Man bewunderte das Thier gewaltig und sah, daß es rückwärts ging. Die Städter meinten, der Krebs wolle den alten Achtertanz tanzen und schrien: auch vorwärts, nit immer rückwärts. Sie wollten den Krebs tanzen lernen1, der aber tanzte nicht, ebensowenig als der Karpfe sang, den die Biberacher singen lernen wollten2.

Fußnoten

1Lernern schwäb. Provinz. = lehren.

2 G. Schwab, Volksbücher I. 352.


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Zitationsvorschlag für diese Edition
TextGrid Repository (2026). Birlinger, Anton. 666. Das Wurzacher Stadtwappen. Corpus of Literary Modernity (Kolimo+). https://hdl.handle.net/21.11113/4j8xb.0