88. Das Falkenhofer Weible.

Mündlich.


Zwischen Saugart und Uttenweiler liegt der »Falkenhofer« Wald. Dort ist's nicht geheuer. Das Waldweible, »Falkenhofer Weible« geheißen, geht um. Es erscheint als kleines Flämmlein auf Marksteinen; führt bei Nacht die Leute, die durch den Wald gehen, irre; daran hat es große Freude. Einsmalen ging Einer von Uttenweiler durch den[65] Wald, hörte wunderschön singen. Deß freute er sich und wollte den Vogel sehen. Er lief und lief; auf einmal, wie er beim Vogel zu sein glaubte, fuhr es ganz feurig auf, und vor ihm stand ein Weibchen mit flammendem Gesicht und einer »Butthaube.«


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Zitationsvorschlag für diese Edition
TextGrid Repository (2026). Birlinger, Anton. 88. Das Falkenhofer Weible. Corpus of Literary Modernity (Kolimo+). https://hdl.handle.net/21.11113/4j8tw.0