Gleiche bürde bricht niemand den rucken.

Wenn gleichmessige leut / an stande / an ehren / an wolfart / gleiche bürde tragen / so behelt mann fried /Wirt aber einer vber die andern beschweret / so machet es schelhe augen / widerwillen / vnfriede / vnd bricht jm den rucken / Das ist / es thůt jm wee / vnnd kans kaum vor weetagen tragen / weil mann jn vor andern außmerglet / Es ist aber ein Teutsche Metaphora / vō dem brechen der pferd genomē / Denn so ein pferd mit eim vngleichē sattel / mit vngleicher vnnd übriger last oder bürde vberladen wirdt / odder so ein über schwerer man auff einem pferd reittet / so bricht man des pferds rucken / vnd macht es also / daß es darnach ein zeitlang feiren můß / Von gleichem last aber wirt es nit gebrochen. Also ist es auch vnder den leuten / was alle leut tragen künnen / das kan auch einer wol tragen / Vnd was alle nit tragen künnen /das kan auch einer allein nit tragen / sonder thůt wee /vnnd bricht den rucken.

CC-BY-3.0


Rechteinhaber*in
Kolimo+

Zitationsvorschlag für dieses Objekt
TextGrid Repository (2026). Collection 69. Gleiche bürde bricht niemand den rucken. Gleiche bürde bricht niemand den rucken. Corpus of Literary Modernity (Kolimo+). Kolimo+. https://hdl.handle.net/21.11113/4jc4z.0