Es ist kein Prophet angenäm in seinem vatterland.

Die welt sihet allein auff hohe wunderliche seltzame ding / vnd verachtet schlechte einfeltige ding / verachtet auch das / damit sie täglich vmbgeht / vnd des sie gewonet ist. Daher kompts auch / daß man frembden leuten mehr fürderung thůt / vnnd mehr liebet / dann die bei jnen erzogen seind / sie seiē gleich wie fromm sie wöllē / so halt mans doch nit dar für / weil man weyß / woher sie geboren seind. Also gieng es Christo / Sie wolten jm nit glauben geben / ob sie wol stützig wurden über seiner weißheyt / weil sie seinn vatter /můtter / vnn brüder kenneten / vnd bei jnen woneten.


Freydanck sagt /


Wer lob in seinem lande treyt /
Das ist ein grosse wirdigkeyt.

Solten die Aposteln etwas schaffen / so müsten sie vnder die Heyden das Euangeliō predigen. Bei den Juden zu Hierusalem ward es nit gehört / dann ein Prophet ist mergent vnangenämer dann in seinem vatterland. Christus ist den Juden gesendet / aber sie wolten sein nit / ist jn vnangenäm.

CC-BY-3.0


Rechteinhaber*in
Kolimo+

Zitationsvorschlag für dieses Objekt
TextGrid Repository (2026). Collection 69. Es ist kein Prophet angenäm in seinem vatterland. Es ist kein Prophet angenäm in seinem vatterland. Corpus of Literary Modernity (Kolimo+). Kolimo+. https://hdl.handle.net/21.11113/4jbsn.0