Hohe steiger fallen / gůte schwimmer ertrincken gern.

Wer nach hohen dingen steht / můß sich in grosse fahr geben / vor welcher der sicher ist / der sich an eim geringen genügen laßt / vnd hat gůt gemach. Die weisen sagen / Daß der am seligsten sei / Qui natus morienso fellit,[116] Von welches geburt vnnd sterben niemand nichts weyß. Der im liecht vnd vor der welt hoch sitzt / der hat vil neider / affterreder / vnnd miß günner. So kan sich auch die gunst der jhenen / so jn erhaben haben / bald vmmwen den / vnd stürtzet jn hinunder.

Wer nit schwimmen kan / begibt sich nicht leichtlich in die fahr des wassers / Wers aber kan / der wirt zukün / wagt etwas darob / vnnd bleibt vnderweilen.

Der groß Alexander ließ jhm nit genügen am grossen Künigreich Macedonien / das jm sein vatter Philippus verlassen hett / darumb fiel er in feindschafft viler leut / vnd můst von eim vergifften tranck sterben. Die grosse statt stůnd nach dem Regiment der welt / darumb ward sie inn grundt verheret vnd verwüstet.

Julius Cesar stůnd nach hohen dingen / die gantze welt vndersich zubringen / darumm fiel er / vnd ward im rath erwurgt.


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Zitationsvorschlag für diese Edition
TextGrid Repository (2026). Egenolff, Christian. Hohe steiger fallen - gute schwimmer ertrincken gern. Corpus of Literary Modernity (Kolimo+). https://hdl.handle.net/21.11113/4jbq0.0