Je älter / je kärger.

Einer ieglichen zeit vnd alter folget sein laster / Dann were die jugent klůg / so wer sie gelts werdt. Es ist aber ein schendtliche plage / daß die alten verlebten leut / die sich des gůts vnd diser welt nit mehr gebrauchen können / dann allererst geitzen vnd kargen sollen / so sie doch der gůter nit mehr bedörffen. Darumb ist diß wort ein beweisunge vnser aller schwacheyt / wie wir so gar nichts gůts vermögen von vns selbs / Ich halt aber es sei die vrsach / daß sie das am höchsten lieben / das sie verlassen sollen / wie das Sprichwort lautet: Scheyden thůt wee. Dann vnser Herrgott macht es gern also / daß wenn mann ein ding am liebsten hat / so můß manns verlassen.


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Zitationsvorschlag für diese Edition
TextGrid Repository (2026). Egenolff, Christian. Je älter - je kärger. Corpus of Literary Modernity (Kolimo+). https://hdl.handle.net/21.11113/4jb67.0