559. Wie Einer einen Bindnagel schnitt.

Mündlich.


In Tuttlingen war mal Einer, der wollte gern in der heiligen Nacht 12 Uhr einen Bindnagel schneiden. Es mußte geschehen in drei Striemen heraufwärts in den drei höchsten Namen. Er getraute sich nicht in den Wald und ging die Donau hinab und hieb Schlag 12 Uhr einmal, zweimal; aber beim dritten Schnitt ergriff's ihn und warf ihn in die Donau. Hätte er nicht schwimmen können, so wäre er ertrunken. Er sagte, lieber Unziefer in den Garben, als nochmal einen Bindnagel schneiden.


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TextGrid Repository (2026). Birlinger, Anton. 559. Wie Einer einen Bindnagel schnitt. Corpus of Literary Modernity (Kolimo+). https://hdl.handle.net/21.11113/4j8xp.0